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„Hanover loves it more than we do“

Der TW 601, Prototyp der hannoverschen Stadtbahnen, ist auf dem Weg nach Hause. Bis zuletzt war er noch in Edmonton auf der höchsten Straßenbahnbrücke der Welt unterwegs – jetzt ist er auf der noch viel abenteuerlicheren Reise zurück nach Hannover. Warum aber gibt der kanadische Verein, die Edmonton Radial Railway Society (ERRS), den Wagen überhaupt ab, obwohl er erst seit 2005 bei ihnen im Einsatz war?

Fritz Faupel übergab dem Vorsitzenden der ERRS, Chris Ashdown, einen symbolischen Dollar. (Foto: Ramona Reichel)

Fritz Faupel (rechts) übergab dem Vorsitzenden der ERRS, Chris Ashdown, einen symbolischen Dollar. (Foto: Ramona Reichel)

Präsident Chris Ashdown erklärte mir im Interview, dass der ERRS bereits nach der ersten Anfrage von Fritz Faupel klar war, dass der 601 nach Hannover gehört: „Als Fritz uns damals die erste E-Mail schrieb, wussten wir, ‘okay, wenn er das Geld zusammen kriegt, geben wir den Wagen ab‘.“ Bei Edmontons Fahrgästen war der Wagen ohnehin nicht sonderlich beliebt. Viele hielten das Fahrzeug für zu jung für einen Oldtimer und die Ähnlichkeit mit den täglich fahrenden Straßenbahnen war einfach zu groß. Nur die Kinderaugen brachte der TW 601 jedes Jahr zum Canada-Day zum Leuchten, da er in den kanadischen Landesfarben – rot und weiß – lackiert ist. Weiterlesen

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Schöner warten

Ich glaub’, ich steh’ im Wald. Ein Reh beobachtet scheu die vorbeieilenden Menschen. Hinter dem Fahrkartenautomaten hat sich ein Fuchs versteckt. An der Betonwand watschelt eine Entenfamilie entlang und am Gleisbett glotzt mich ein Hase an. So macht das Warten Spaß.

Ein von üstra (@uestra) gepostetes Foto am

Seit Beginn des Jahres sind Bahnsteig und Verteilerebene des U-Bahnhofs Lister Platz mit Waldmotiven gestaltet. Wer genau hinsieht entdeckt, dass auf der untersten Ebene das Unterholz, der mittleren Ebene die Baumstämme und auf der Verteilerebene die Baumkronen mit den verschiedenen Kleintieren dargestellt sind und den hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkt in eine Waldstation verwandeln. Das Thema Wald liegt nahe, denn die Bezeichnung des Stadtteils „List“ ist aus dem frühen norddeutschen Sprachgebrauch gleichbedeutend mit „Ort am Waldrand“. Das erfahren Fahrgäste aus Infotexten an der Wand, vorausgesetzt, sie nehmen sich einen kleinen Augenblick Zeit zum Lesen.

Normalerweise heißt Bahn fahren für mich, schnell von A nach B zu kommen. Morgens den Blick auf das Handy gerichtet, um News zu checken, abends hungrig, matt und reizüberflutet nach Hause. Seit rund 16 Jahren steige ich fast täglich am Lister Platz ein, aus und um. So wie zehntausend andere Menschen bin ich dabei in der Regel in Eile. Doch seit meiner Begegnung mit Hase und Igel bin ich unterirdisch aufmerksamer unterwegs. Und siehe da: Meine tägliche Pendelstrecke zwischen Lister Platz und Stadionbrücke bietet eine Ausstellung der besonderen Art. Statt kilometerlanger Sterilität gibt es Spannendes in den Schächten zu sehen. Wie konnte ich das nur so lange Zeit unbeachtet lassen? Weiterlesen

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Ich packe meinen Koffer und nehme den TW 601 mit

Der TW 601, Prototyp unserer Stadtbahnen, ist unterwegs. Am frühen Mittwochmorgen, um 6 Uhr deutscher Zeit, fuhr er auf einem extra langen LKW in Edmonton vom Hof. Doch ehe er seine Heimreise antreten konnte, musste der rot-weiße Wagen noch einige Hindernisse überwinden. Denn ganz so einfach lässt sich so eine Stadtbahn dann doch nicht in den Koffer packen. Weiterlesen

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Die Reise beginnt

Viele haben den kleinen Förderverein belächelt und für verrückt erklärt, als er 2013 sein Vorhaben, eine alte Bahn aus Kanada zurück holen zu wollen, vorstellte. Während Sie nun diesen Blogbeitrag lesen ist es jedoch soweit: Fritz Faupel, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins STRASSENBAHN HANNOVER e.V. , macht sich auf den Weg nach Kanada, um Hannovers allererste Stadtbahn nach Hause zu holen.

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Seit 2013 arbeitete der Förderverein ehrenamtlich und mit viel Herzblut daran, den Stadtbahnwagen TW 601 aus Kanada zurück zu holen. Doch was macht den TW 601 so besonders, dass man dafür jahrelang Spenden sammelt und ihn einmal um den halben Globus fährt? Die Antwort auf diese Frage findet sich, wenn man etwas in der Geschichte Hannovers und der üstra kramt. Der TW 601 wurde, zusammen mit dem TW 600, Anfang der 70er Jahre als Prototyp für das neugeplante Stadtbahnsystem von der üstra gekauft und ausgiebig im Linienverkehr getestet. Die damals völlig neue Kombination aus Straßen- und U-Bahn war deutschlandweit einmalig und machte Hannovers Nahverkehr im ganzen Land bekannt. Dabei spielten die Prototypen eine entscheidende Rolle: Nur dank der damaligen Tests konnten die Must-Haves einer Stadtbahn erarbeitet werden, die noch heute in Form des grünen TW 6000 und seiner Nachfolger durch Hannover fahren. Denn für das neue System brauchte man eine Bahn, die sowohl an oberirdischen Bahnsteigen als auch im Tunnel halten-, und bei der jedes Fahrzeug ohne Wendeschleife in beide Richtungen fahren kann. Weiterlesen

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Die Mobilitätserleichterer

Nach über 30 Jahren musste es einfach sein. Der Aufzug am Aegidientorplatz, einer der ersten im üstra Netz, wurde Mitte Juni außer Betrieb genommen und die Technik einer Rundumerneuerung unterzogen. Einmal alles neu: Getriebe, Schaltschrank, Taster und natürlich die Kabel dahinter. Für die Fahrgäste war das oft ein Ärgernis, für manche sogar ein Hindernis. Schließlich gibt es nur einen Aufzug am Aegi und damit für mobilitätseingeschränkte Menschen keinen anderen Weg hinunter auf den Bahnsteig. Während man einen Kinderwagen durch tatkräftige Unterstützung von Passanten noch nach unten tragen kann, mussten Rollstuhlfahrer nun auf eine andere Station ausweichen. Doch die Einschränkungen mussten sein. Nach mehr als 30 Jahren und 700 Fahrten am Tag waren die Verschleißteile abgenutzt und mussten ausgetauscht werden, bevor sie tatsächlich und final den Dienst einstellten. Die dreiwöchige „Sperrpause“ wurde dazu genutzt, die Komponenten auf den neusten Stand der Technik zu bringen und ihn damit für die Zukunft zu wappnen. Weiterlesen