Die Gesichter der üstra Geschichte
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Die Gesichter der üstra Geschichte

Wenn sie sich treffen, ist die üstra immer das Gesprächsthema Nummer 1- die aktiven Ehemaligen der üstra. Viele von ihnen haben bereits ihre Ausbildung hier absolviert und bis zu 40 Lebensjahre oder mehr als Teil der üstra Familie verbracht. Weil diese Beziehung zum Unternehmen auch nach dem Eintritt ins Rentenalter nicht endet, haben sich einige der ehemaligen Mitarbeiter zu einer losen Vereinigung zusammen getan. Derzeit zählen sie rund 60 bis 80 aktive Mitglieder, die sich regelmäßig zu Ausflügen und gemeinsamen Unternehmungen treffen und die Geschichte der üstra dabei wieder aufleben lassen.

„Natürlich reden wir viel über die üstra, das ist ja unser Bindeglied, die Klammer die uns alle verbindet“, erklärt Eberhard Geist, ehemaliger Stadtbahnchef. Der 73-Jährige ist einer der Organisatoren der aktiven Ehemaligen und bei allen Terminen dabei. Nachdem er schon als Kind für Straßenbahnen schwärmte, kam er als Studentenschaffner zur üstra und hat die Welt des hannoverschen Nahverkehrs bis heute nie ganz verlassen. Er ist es auch, der gemeinsam mit Gerd Schultz, einem ehemaligen Betriebshofmanager und Vorsitzendem der Ehemaligen, die Reisen plant und organisiert. 2016 ging es im Sommer z.B. für 13 Tage zum Aktivurlaub nach Bautzen, denn die Senioren schwelgen nicht nur gerne zusammen in Erinnerungen, ihnen liegt auch viel daran, neue Erinnerungen gemeinsam zu schaffen. Wer jetzt eine typische Kaffeefahrt im Kopf hat, irrt sich allerdings gewaltig. Denn die Ehemaligen treffen sich für Wanderungen, Städtetouren und Museumsbesuche und sorgen beim Jekami- Abend (jeder kann mitmachen) selbst für ein buntes, unterhaltsames Programm.

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Gerd Schultz (links) und Eberhard Geist auf der diesjährigen Weihnachtsfeier der Ehemaligen. Foto: Willi Degener

Wann und wie dieses Engagement begann, ist zum Leidwesen der Senioren nicht dokumentiert – Schultz und Geist gehen aber von den 50er Jahren aus. In den 90er Jahren intensivierten die damaligen Rentner ihre Bemühungen und gaben ihrem Zusammenschluss erstmals auch einen Namen. Als Schultz 2004 dann den Vorsitz übernahm, beschloss er gemeinsam mit Kollegen, den Ehemaligen noch etwas mehr zu bieten und sorgte für neuen Wind in der Vereinigung. Neben der üstra Geschichte und den aktuellen Themen rund um das hannoversche Nahverkehrsunternehmen bieten so auch die gemeinsamen Unternehmungen die Chance sich auszutauschen und auch im Alter unter Bekannten und Gleichgesinnten zu sein.

Trotz des demographischen Wandels mangelt es den 65 bis Mitte 90-jährigen Ehemaligen aber derzeit an „Nachwuchs“. Zwar verlassen jedes Jahr Mitarbeiter altersbedingt die üstra, viele von den „jungen Rentnern“ haben jedoch andere Interessen als die alteingesessenen Kollegen. „Auch das Werben der Ehemaligen bei den Mitarbeiterverabschiedungen zeigt leider nur wenig Erfolg“, berichtet Gerd Schultz etwas betrübt. „Für viele von uns war die üstra ihr Leben. Wir fühlten uns als üstraner durch und durch. Das endet ja nicht plötzlich, nur weil man Rente bekommt“, so der Pensionär. Aber auch wenn die Vereinigung nicht den Zuwachs erhält, den sie sich wünscht – die aktiven Ehemaligen lassen sich davon nicht entmutigen. Und so feierten sie auch dieses Jahr wieder die große üstra Ehemaligen-Weihnachtsfeier im HCC. Sie ist jedes Jahr das Highlight der gemeinsamen Aktivitäten und erhält durch die Unterstützung der üstra und die Reden von Vorstandsmitglied Wilhelm Lindenberg und der Betriebsratsvorsitzenden Denise Hain auch einen offiziellen, festlichen und sehr wertschätzenden Rahmen.

Die Weihnachtsfeier der Ehemaligen erhält jedes Jahr einen festlichen Rahmen. Foto: Martin Bargiel

Die Weihnachtsfeier der Ehemaligen erhält jedes Jahr einen festlichen Rahmen. Foto: Martin Bargiel

Die Feier dient den Senioren jedoch nicht nur zum Austausch – sie ist auch das Kommunikationsmittel überhaupt. Denn die Ehemaligen nutzen nicht das Internet oder gar das Smartphone, um wichtige Termine zu koordinieren. Hier muss das Gemeinschaftsleben noch anders organisiert werden, z.B. mit Terminzetteln, die auf der Weihnachtsfeier verteilt werden und so den Rahmen für das kommende Jahr geben. Das klingt zwar im ersten Moment vielleicht etwas altmodisch, gibt aber doch auch ein beruhigendes Gefühl, wenn man weiß, dass man seine guten alten üstraner bereits im Frühjahr zum Spargelessen wieder sieht.

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