Wahre Leidenschaft – der Oldtimer Förderverein
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Wahre Leidenschaft – der Oldtimer Förderverein

Wenn Fritz und Konstantin sich über „ihre“ alten Bahnen unterhalten, verstehe ich eigentlich nur Bahnhof. Denn wenn die beiden Mitglieder des Fördervereins „Strassenbahn Hannover e.V.“ sich über Stadtbahnen austauschen, reden nicht nur zwei gute Freunde über ihr Hobby und vergessen dabei, dass ich eigentlich gar keine Ahnung habe. Da philosophieren auch zwei außergewöhnliche Straßenbahnfans über ihre größte Leidenschaft: Oldtimer-Bahnen. Dabei könnten die beiden Männer auf den ersten Blick gar nicht unterschiedlicher sein: Fritz, Leiter des üstra Kundenzentrums, ist seit 1984 ein eingefleischter üstraner und liebt vor allem die grünen Bahnen des Typen TW 6000, weil sie viele Erinnerungen an seine Jugend wecken. Konstantin hingegen hat seine Kindheit in Russland verbracht, ist erst seit 2011 als FIF (Fachkraft im Fahrbetrieb) bei der üstra tätig und kann die grünen Bahnen gar nicht ausstehen.

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Fritz (links) und Konstantin in ihrem zweiten Wohnzimmer, der Oldtimerhalle.

Doch die 24 Jahre Altersunterschied, die die beiden trennen, geraten in Vergessenheit, wenn sie von Sonderfahrten schwärmen oder von den zahlreichen unbezahlten Arbeitsstunden erzählen, die sie zusammen mit vielen weiteren aktiven Mitgliedern des Vereins in die Stadtbahnschätze investieren. Denn gut 1500 Stunden Arbeit kommen da im Jahr locker zusammen und das neben dem Vollzeitdienst bei der üstra! Putzen, reparieren, inspizieren, Fahrten organisieren und durchführen – die gemeinsamen Aktivitäten schweißen die Mitglieder des Vereins zusammen und haben dabei schon so manche Freundschaft entstehen lassen.

Der Nachwuchs des 1991 gegründeten Vereins ist zwar überschaubar, die rund 80 Mitglieder (die im Alter von 22 bis 72 Jahren gleich drei Generationen abbilden) versuchen dennoch ihre Freude an den Oldies der Schienen auch an die „Normalos“ unter uns zu vermitteln. Und genau dies ist auch ihr Antrieb. Immer wenn Fahrgäste oder Interessierte ihnen von den eigenen Erinnerungen an die alten Bahnen erzählen und sich freuen, wissen Fritz und Konstantin, dass ihr „Job“ auch anderen Menschen Vergnügen bereitet. Das nächste große Ziel des Vereins ist es, das „Baby“, den Prototypen des TW 6000, aus Kanada zurück nach Hannover zu holen. Bis dahin geht jeder eingenommene Euro für dieses Vorhaben in die Vereinskasse; für ihre Arbeit würde niemand von den Mitgliedern Geld nehmen! Die üstra unterstützt den Verein zwar ideell und mit Sachmitteln, aber nicht mit Geld. Die nötigen Mittel für die Heimholung des TW 601 oder die Instandhaltung der vielen alten Bahnen müssen also durch Spenden und Mitgliedsbeiträge geduldig zusammen gespart werden.

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Trotz des Altersunterschieds verstehen sich die beiden Oldtimer-Fans super.

Diese besondere Beziehung zu Bahnen hat Fritz und Konstantin schon in der Kindheit begleitet. So fuhr Konstantins Opa als Lokführer die Transsibirische Eisenbahn und natürlich hatte er selbst auch eine kleine Eisenbahn im Kinderzimmer. Als Konstantin 2001 dann nach Deutschland kam, war für ihn klar: Ich werde Stadtbahnfahrer bei der üstra! Und auch Fritz wusste bereits früh, für was sein Herz besonders schlägt. Sonntags bei der Oma, die neben dem Bahn-Depot in Buchholz wohnte, wurden die Bahnen schon als Kind bestaunt und auch der U-Bahnbau hat den kleinen Jungen damals sehr beeindruckt. Und auch wenn ich die beiden gerne liebevoll als „Nerds“ bezeichne, so ist diese große Leidenschaft und das Engagement für alte Bahnen und vor allem deren Erhalt nicht nur für eingefleischte Bahn-Fans, sondern auch für Liebhaber der Stadtgeschichte Hannovers und der Historie generell ein absoluter Gewinn.

Wer die Arbeit des Fördervereins mit einer Spende unterstützen will oder Lust hat Teil des Vereins zu werden, findet weitere Informationen unter: http://www.strassenbahn-hannover.de/

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. ich bin noch nie mit eine Historiche Stadbahn gefahrern
    ich muss sagen ich finde es sehr schön das Üstra tolle Stadbahn hat
    auch historische Stadbahn gehört natülich da zu ich bin mit der Üstra sehr zu freiden die gesamte Mitarbeiter sind sehr nett und kommen auf ein zu auch wenn
    man eine Frage haben sollte ich Bedanke mich bei Üstra sehr und ich Sage auch Danke ich wünsche die gesamte Mitarbeiter alles gute und und ein Großen LOB
    macht weiter so Daumen hoh

  2. Vielen Dank an den Oldtimer-Förderverein, bei dem ich schon manche Fahrt mitgemacht habe. Zuletzt im April in einem fast 90 Jahre alten Holzaufbau-Triebwagen von Buchholz zum Fasanenkrug.
    Das wünsch ich mir: Eine Oldtimerfahrt mitten in der Innenstadt auf der Linie 10/17. Vielleicht zur Einweihung wenn Projekt Zehn Siebzehn und damit die neuen Hochbahnsteige und die neue Endhaltestelle Hauptbahnhof/Raschplatz fertig gestellt ist.
    Oder vorher schon zum Abschied von der jetzigen Endhaltestelle Aegi?
    Im Betriebshof Glocksee ist das Zusteigen in die Oldies mit ihren Treppen doch auch dann noch problemlos möglich, wenn die Hochbahnsteige in der Innenstadt fertig sind. Und vielleicht kann man sogar einen provisorischen Steg bauen, über den man die historischen Straßenbahnen auch an einem Hochbahnsteig im Rahmen einer Sonderfahrt verlassen oder betreten kann?

    Noch problemloser klappt das ja vermutlich mit dem TW 601, der dann irgendwann in Hannover sein wird (Bitte spenden!).

    • Ramona Reichel

      Hi Henry,

      ich habe deine nette Nachricht gerade an den Verein weitergeleitet. Sowohl an der Rückholung des TW 601 als auch an anderen Ideen sind sie dran 😉

      LG,
      Ramona

  3. Ich möchte gern Benachrichtigungen der neuesten Beiträge via E- Mail erhalten. Wünsche noch `nen schönen Tach!

    • Christine Wendel

      Hallo Herr Körner, dazu können Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse in der rechten Sidebar unter „Abonnieren“ eintragen. Dann bekommen Sie die Artikel per Mail. LG, Christine Wendel

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