Auf der Suche nach „Max Musterfahrgast”
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Auf der Suche nach „Max Musterfahrgast”

Wer in Hannover ein Ticket für den ÖPNV kauft, kauft kein ÜSTRA Ticket, sondern eines für alle Partner im Großraum-Verkehr Hannover (GVH). Zahlen zu Ticket- und Aboverkäufen im GVH können somit nicht eins zu eins mit Zahlen zu ÜSTRA Fahrgästen gleichgesetzt werden. Mit ihren 12 Stadtbahn- und 38 Buslinien bewegt die ÜSTRA allerdings den Großteil der Fahrgäste im GVH (ungefähr drei Viertel). „Max Musterfahrgast” kommt man so schon einen Schritt näher.

Wer fährt Bus und Bahn?

Im GVH gibt es über 200.000 ständig fahrtberechtigte Personen. Das sind Fahrgäste, die Monats- oder andere Zeitkarten besitzen und so über das gesamte Jahr berechtigt sind, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Den größten Anteil bilden die Abonnenten: 110.000 Menschen bekommen ihre Fahrscheine nach Hause geschickt. Die anderen „Dauerkartenbesitzer“ zählen zur Kategorie Ausbildungsverkehr: 50.000 SchulCards und 44.000 SemesterCards machen Schüler und Studierende in Hannover und der Region mobil.

Was den Umsatz im GVH betrifft, sind die Einnahmen aus den Ausbildungsverkehren in etwa so hoch wie die aus den Ticketeinnahmen, die durch Gelegenheitsnutzer entstehen. Beide machen jeweils 22 Prozent des Gesamtumsatzes im Verkehrsverbund aus. Den größten Anteil am Umsatz, ca. 43 Prozent, machen die Monatskarten für Erwachsene aus. Die 110.000 Abonnement- sowie die weiteren Monatskartenverkäufe sind die größte Einnahmequelle des GVH. Der restliche Umsatz entsteht im Sozialtarif (11 Prozent) sowie durch Sonderticketeinnahmen, wie Messekarten und KombiTickets (2 Prozent).

Mit Bus und/ oder Bahn geht es für viele zur Schule und wieder nach Hause. (Foto: Florian Arp)

Zu welchem Zweck wird die ÜSTRA genutzt?

Wer mit der ÜSTRA fährt, möchte von A nach B kommen, das ist klar. Aber welche Strecken sind es, die die Fahrgäste mit Bus und Bahn zurücklegen? Um mit ihrem Stadtbahn- und Busnetz den Ansprüchen der Fahrgäste weiterhin gerecht zu werden, führt die ÜSTRA regelmäßig eigene Kundenbefragungen durch. Darin werden neben Start-, Ziel- und ggf. Umsteigeort auch der Zweck der Fahrt erfragt. Einhergehend mit den Zahlen aus dem GVH zeigt sich, dass es vor allem Arbeits- und Schulwege sind, die mit der ÜSTRA zurückgelegt werden: Ein Drittel der Fahrgäste sind demnach Berufspendler, die Bus und Bahn für den Weg zur bzw. von der Arbeit nutzen. Die nächstgrößere Fahrgastgruppe, die sich einem bestimmten Fahrtzweck zuordnen lässt, sind Schüler. Sie machen ein Fünftel der ÜSTRA Fahrgäste aus. Die restlichen 50 Prozent der Fahrgäste geben verschiedene Gründe, wie beispielsweise Einkaufen und Besuche, für die Fahrt mit der ÜSTRA an.

Wie lange ist der Fahrgast unterwegs?

Aus diesen Kundenbefragungen lassen sich auch die durchschnittlich zurückgelegten Streckenlängen der Fahrgäste errechnen. Diese sind bei Stadtbahn und Bus ähnlich: Pro Fahrt legen die Fahrgäste im Durchschnitt 2,85 km mit dem Bus zurück, der für diese Strecke in der Regel knapp acht Minuten braucht. In der Stadtbahn verbringen die Fahrgäste ähnlich viel Zeit: Eine Stadtbahnlinienfahrt des Durchschnittsfahrgastes dauert demnach zwischen acht und neun Minuten und ist mit 3,72 km etwas länger als die zurückgelegte Strecke im Bus.

Die Umsteigebeziehungen – nicht nur zwischen Bus und Bahn – werden von den Fahrgästen besonders geschätzt. (Foto: Roland Schmidt)

Was schätzt der Fahrgast an der ÜSTRA?

Insgesamt sind die Fahrgäste mit der ÜSTRA sehr zufrieden. Das bestätigt ihr das jährliche ÖPNV-Kundenbarometer, in dem die ÜSTRA in den letzten Jahren die Schulnote eins in Sachen Gesamtzufriedenheit bekam. Heruntergebrochen auf die einzelnen Leistungsmerkmale schätzen die Kunden besonders die Taktfrequenz, die Anschlüsse sowie die Schnelligkeit der Beförderung und das Linien- und Streckennetz. In diesen Kernleistungen erhielt die ÜSTRA 2018 deutschlandweit die zweitbeste Bewertung. Das ÖPNV-Kundenbarometer legt auch Entwicklungspotenziale offen: So zählt die Bewertung der ÜSTRA Fahrgastinformation in Störungsfällen im Branchenvergleich zwar schon zu den besten, dennoch zeigen die Fahrgäste hier Verbesserungswünsche auf.

Wie sieht der Durchschnittsfahrgast nun aus?

Tatsächlich lässt sich diese Frage nicht eindeutig beantworten. Einerseits ist erkennbar, dass ein Großteil regelmäßig die ÜSTRA und den ÖPNV in und um Hannover nutzt und davon wiederum viele Personen auf die Fahrgastgruppen Berufspendler, Schüler und Studierende entfallen. Andererseits lässt sich – abgesehen von der Bezeichnung dieser Fahrgastgruppen – kein weiteres Bild eines typischen Fahrgastes zeichnen. Zu vielfältig sind dafür die verschiedenen Fahrtzwecke, die Strecken und die Fahrgäste selbst.

Für ihre Zwecke muss die ÜSTRA den klassischen Fahrgast – sofern es diesen überhaupt gibt – gar nicht kennen. Ihre oberste Priorität ist es, jeden Kunden auf schnellstem Wege zufrieden und sicher ans Ziel zu bringen, und dabei macht sie keinen Unterschied zwischen ihren Fahrgasttypen.

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