Abschied vom Steintor - Ein BUSSTOP verschwindet (kurzzeitig)
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Abschied vom Steintor – Ein BUSSTOP verschwindet (kurzzeitig)

Auffälligste Haltestelle, Orientierungspunkt, Sehenswürdigkeit – der BUSSTOP am Steintor ist vieles, aber vor allem ist er jedem bekannt. Für mich ist dieser BUSSTOP einer meiner prägendsten Eindrücke, die ich nach meinem ersten Besuch in Hannover mitnahm. In den vergangenen Wochen wurde er abgebaut – aber zum Glück nicht für lange.

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Ein gewagter Entwurf nimmt Gestalt an

Bevor der BUSSTOP am Steintor in seiner jetzigen Form stand, musste er erstmal entworfen werden. Der Designer Alessandro Mendini skizzierte zunächst 27 Möglichkeiten aus denen er vier Entwürfe entwickelte. Einer davon sah sogar vor, den BUSSTOP als große Halle mit Glasdach zu gestalten. Im endgültigen Konzept des abstrakten schwarz-gelben Tors zeigt sich die Absicht Mendinis ein funktionales Objekt von seinen gestalterischen Grenzen loszulösen. Das Ergebnis entspricht dabei nicht immer jedermanns Geschmack. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich beim ersten Anblick dachte „Mensch, das ist aber hüsch!“ – ganz im Gegenteil. Mittlerweile kann ich mir das Steintor ohne den BUSSTOP überhaupt nicht mehr vorstellen und erwische mich sogar dabei, den Anblick (vor allem im Kontrast zum blauen Himmel) zu genießen.

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Der Busstop verschwindet…

Aber damit ist jetzt erstmal Schluss. Damit die Bauarbeiten am Projekt 10/17 vorangehen können, musste der BUSSTOP weichen. Nachdem Mendini die Genehmigung erteilte, wurden zahlreiche Fotos gemacht und Markierungen aufgeklebt – die vielen Varianten der schwarz-gelben Platten sollten ja nicht durcheinander kommen.
Und dann ging‘s los: Blech für Blech wurde vom Gerüst abgeschraubt. Wie mir vor Ort berichtet wurde, gingen die unteren Bleche dabei etwas mühsamer ab, da sie schon etwas angerostet waren. Außerdem kam innerhalb des Gerüstes eine Menge Müll zum Vorschein. Wie er dahin kam ist mir und den Arbeitern allerdings ein Rätsel. Sobald das Gerüst frei lag (und der Müll entfernt wurde), konnten die spitzen Hütchen demontiert werden. Auf der Seite Richtung Hauptbahnhof ging das nur nachts, da dafür extra der Strom in der Oberleitung ausgestellt werden musste. Ganz zum Schluss konnte das Gerüst von der Bodenverankerung gelöst und abtransportiert werden.

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…und kommt bald wieder

Am Steintor werden nicht nur unterirdische Leitungen verlegt und die Gleise angepasst, es entsteht auch ein neuer Hochbahnsteig direkt an der U-Bahnstation Steintor. Der BUSSTOP zieht aber nicht auf den Hochbahnsteig um. Er bleibt an seiner jetzigen Position stehen, wird aber etwas auseinander gezogen. Voraussichtlich 2018 wird er auf der Nebenanlage der Kurt-Schumacher-Straße wieder aufgebaut. Da ist er dann auch ein wirklicher BUSSTOP, da die Buslinien 128 und 134 ihn ansteuern. Ich persönlich freue mich, ihn bald wieder zu sehen und ich wette, dass es nicht nur mir so geht, oder?

Quelle: infra Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH //TransTec Bauplanungs- und Managementgesellschaft Hannover mbH

Mehr über die BUSSTOPs findet ihr hier: fahrtenbuch.uestra.de/avantgarde-am-asphalt/

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Der freie Blick aufs Anzeiger Hochhaus ist mir wichtiger als der Erhalt eines Gebildes mit geringer Funktionalität, das von einigen verächtlich als BVB- Hüpfburg bezeichnet wird, in Anspielung auf die Vereinsfarben eines Dortmunder Fußballvereins.

  2. Schön, dass der Busstop wiederkommt. Es gibt in Hannover genug Haltestellen im lebensbejahenden einheitsgrau. Es darf auch gerne mal mehr als nur funktional sein.

    • Christine Wendel

      Leider ist es unmöglich alle 674 Haltestellen „künstlerisch“ umzusetzen, aber vielleicht wird ein ähnliches Projekt noch einmal angegangen/ umgesetzt.

  3. Das mit dem Müll kann ich mir nur so erklären, dass er da bei den Aufbauarbeiten mit reingeflogen sein muss. Oder war das jetzt „neuerer“ Müll? Gibts dazu auch ein Foto? 🙂

    • Julia Müller

      Hallo Nils,
      so neu sah der Müll nicht aus und so attraktiv war er dann auch nicht, um davon ein Foto zu machen. Deine Erklärung klingt auf jeden Fall sehr plausibel.
      Viele Grüße
      Julia Müller

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