Streckenverlängerung, neue Hochbahnsteige und Gleisarbeiten: Das bringt der Herbst dem Stadtbahnnetz
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Streckenverlängerung, neue Hochbahnsteige und Gleisarbeiten: Das bringt der Herbst dem Stadtbahnnetz

Auf dem Weg ins Büro schlendere ich über die Leinertbrücke in Linden. Zu meiner linken die Ihme und der Stadtbahnbetriebshof Glocksee. „Morgens ist es inzwischen richtig frisch“, denke ich und ziehe den Reißverschluss meiner Jacke bis zum Hals zu. In diesem Moment fährt ein „Silberpfeil“ auf der Linie 10 an mir vorbei. Ich schaue ihm hinterher und bemerke, dass die Gleisbauarbeiten zwischen dem Küchengarten und Glocksee immens fortgeschritten sind. Dieses Jahr hat sich wieder einiges im Streckennetz getan, aber die infra – Eigentümerin von Schienen und Haltestellen der ÜSTRA Stadtbahnen – hat in 2020 noch einiges vor, trotz herbstlicher Witterung.

Das Großprojekt, die Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen, schreitet mächtig voran. Zudem geschieht weiterhin viel in Sachen Barrierefreiheit durch neue Hochbahnsteige und die turnusmäßigen Gleisarbeiten im Streckennetz stehen ebenfalls noch auf der Agenda.

Der Baustellenherbst 2020: Streckenverlängerung, neue Hochbahnsteige und Gleisarbeiten (Foto: Florian Arp)

Gleisarbeiten im Herbst 2020:

Täglich fahren unsere Stadtbahnen auf dem rund 120 Kilometer langen Schienennetz. Eine Bahn wiegt ungefähr 40 Tonnen und beim Aufeinandertreffen des Stahls von Stadtbahnrad und Schiene entsteht ein gewisser Abrieb. Dies gepaart mit unterschiedlichen Witterungsbedingungen geht nicht spurlos an den Gleisanlagen vorbei. Trotzdem hält das Eisen stolze 30 bis 40 Jahre, bevor neue Gleise her müssen. Der Stadtbahnbetrieb soll durch die Bauarbeiten so wenig wie möglich beeinflusst werden, aber in dem Moment, wo die Gleise getauscht oder das Gleisbett gestopft wird, heißt es für unsere Bahnen: Sperrpause.

Dieses Jahr wurden bereits auf einigen Streckenabschnitten Gleisbauarbeiten abgeschlossen: beispielsweise auf der Vahrenwalder Straße auf der Strecke der Linien 1 und 2 zwischen Wiesenau und dem Berliner Platz. Bei einigen Instandhaltungsmaßnahmen steht allerdings der Abschluss noch bevor. Auf folgenden Streckenabschnitten müsst ihr euch in den Herbstmonaten noch auf Sperrpausen einstellen:

  • Linie 10: Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen zwischen „Glocksee“ und „Ahlem“ wegen der abschließenden Gleisbauarbeiten im Bereich der Leinertbrücke von Samstag, 7. November, bis Sonntag, 8. November.
  • Linie 9: SEV mit Bussen zwischen „Schwarzer Bär“ und „Empelde“ wegen Gleisbauarbeiten im Bereich Lindener Hafen und Bauweg am Sonntag, 15. November, von 5 Uhr morgens bis zum Betriebsschluss.
  • Linie 4 und 5: Schienenersatzverkehr (SEV) zwischen „Freundallee“ und „Roderbruch“ (Linie 4) beziehungsweise „Anderten“ (Linie 5) am Sonntag, 6. Dezember, ab ca. 21 Uhr, wegen des Rückbaus der Schutzeinhausung des Skywalks an der neuen Unternehmenszentrale der Conti unter Vollsperrung der Hans-Böckler-Allee.

Drei neue Hochbahnsteige in einem Jahr:

Wie bereits in den letzten Jahren, wird die Barrierefreiheit des Streckennetzes weiter verbessert. Im Jahr 2020 wurde mit dem Bau von drei Hochbahnsteigen begonnen. Das Erfreuliche ist: Alle drei gehen noch in diesem Jahr in Betrieb. Durch die neuen Schmuckstücke an den Haltestellen „Rethen/Galgenbergweg“ auf der Linie 1, „Hannover Congress Centrum“ auf der Linie 11 und „Humboldtstraße“ auf der Linie 17 wird ab Ende des Jahres noch mehr Barrierefreiheit garantiert.

Hochbahnsteige sind ein großer Nutzen für alle Fahrgäste. (Foto: Florian Arp)

Die Linien 11 und 17 sind durch die neuen Hochbahnsteige sogar durchgehend barrierefrei, was nicht nur mobilitätseingschränkten Fahrgästen den Ein- und Ausstieg in die ÜSTRA Bahnen erleichtert, sondern für alle Fahrgäste ein Komfortgewinn ist.

Am Hochbahnsteig „Hannover Congress Centrum“ muss allerdings nochmal an den Gleisen gearbeitet werden. Deshalb fährt die 11 ab Freitag, 20. November, ab 21 Uhr, bis Sonntag, 22. November, Betriebsschluss, nur bis zur Haltestelle „Freundallee“ und endet dort.

Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen: Es ist ein Ende in Sicht – oder zumindest ein Endpunkt:

Die Stadtbahn fährt bald nach Hemmingen! Ok, das ist für viele keine Neuigkeit mehr, aber auch dieses Jahr passiert noch einiges beim größten Bauprojekt der infra. Aktuell läuft noch der erste Bauabschnitt, allerdings ist seit Oktober ein Ende – oder besser gesagt ein Endpunkt – in Sicht. Die Arbeiten an der zukünftigen Stadtbahnendhaltestelle in Hemmingen-Westerfeld haben begonnen. Momentan wird der Boden ausgehoben und eine Schmutzwasserleitung gelegt. Diese ersten Schritte sind ziemlich umfangreich, da sich am zukünftigen Endpunkt früher eine Mülldeponie befand. Die Reste von Schutt und Müll müssen weggefahren und fachgerecht entsorgt werden. Rund sechs Monate sind für diese Arbeiten veranschlagt. Wenn der Endpunkt fertiggestellt ist, werden unsere Fahrgäste von einer modernen Umsteigeanlage profitieren, an der ein Wechsel zwischen den unterschiedlichen Verkehrsmitteln ohne Barrieren möglich ist. Egal, ob vom Fahrrad, Pkw oder Bus, geht es dann in Hemmingen bequem in die Stadtbahn in Richtung Hannover City. Auch auf der zukünftigen Strecke wird im Baustellenherbst 2020 weiterhin gebuddelt. Weitere Gleis- und Straßenbauarbeiten auf der Göttinger Chaussee stehen an. Alles weitere Meilensteine, bis die Strecke Ende 2023 eröffnet werden soll. Bis jetzt ist alles im Zeitplan!

Die Arbeiten für die Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen laufen weiterhin auf Hochtouren. (Foto: Achim Uhlenhut)

Am späten Nachmittag fahre ich mit der Linie 9 in Richtung Linden-Mitte. Nach der Station „Waterloo“ taucht die Bahn aus dem Tunnel an die Oberfläche und ich stelle fest: Inzwischen wird es früh dunkel. Kurz vor dem Schwarzen Bären schweift mein Blick nach rechts. In der Dämmerung kann ich erkennen, dass an dem neuen Hochbahnsteig „Humboldtstraße“ noch gearbeitet wird. Denn auch im Herbst setzt die infra mit ihren Partnern und Dienstleistern alles daran, das Streckennetz in Schuss zu halten und weiterzuentwickeln – Kälte, Nässe und Dunkelheit zum Trotz.

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