Der 601 soll nach Hause kommen
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Der 601 soll nach Hause kommen

Es ist wieder diese Zeit im Jahr mit der Familie zusammen zu kommen, um gemeinsam das Weihnachtsfest zu genießen. Auch der Förderverein STRASSENBAHN HANNOVER e.V. hätte gerne sein lange vermisstes Familienmitglied dabei. Doch in diesem Jahr wird das noch nichts. Denn der Triebwagen 601, der Vorgänger unserer grünen Stadtbahn, steht aktuell noch mitten in Kanada, also fast am anderen Ende der Welt. Dabei wurde der TW 601 Anfang der 70er Jahre als erste Stadtbahn überhaupt in Hannover eingesetzt und gehört zur Stadtgeschichte, wie Herbert Schmalstieg oder der 96-Pokalsieg von 1992.

Der TW 601 bei seiner Ankunft in Hannover.

Seit Jahren arbeitet der Förderverein ehrenamtlich und mit viel Herzblut daran, den TW 601 nun endlich zurück nach Hannover holen. Er wurde, zusammen mit dem TW 600, Anfang der 70er Jahre als Prototyp für das neugeplante Stadtbahnsystem von der üstra gekauft und ausgiebig im Linienverkehr getestet. Die damals völlig neue Kombination aus Straßen- und U-Bahn war deutschlandweit einmalig und machen den Wagen zu etwas ganz besonderem. Nur dank der damaligen Tests mit den Prototypen konnten dann die Must-Haves einer Stadtbahn erarbeitet werden, die noch heute in Form des grünen TW 6000 durch Hannover fährt. Als die ersten grünen Stadtbahnen 1975 dann in den Linienbetrieb gingen, wurden die Prototypen entbehrlich und wieder an die Hersteller zurückgegeben. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit den knallroten Fahrzeugen. Während der TW 600 Ende der 80er Jahre verschrottet wurde, kam der kleine 601 nach Vancouver in Kanada, wo er über 12 Jahre nicht zum Einsatz kam. Erst der Museumsverein aus Edmonton, einem Ort mitten in Kanada, rettete den Wagen vor dem Verrosten und setzte ihn seit 2005 im Museumsbetrieb ein.

Der TW 601 in Edmonton.

Noch heute fährt der historische Wagen in Edmonton, soll dort aber nun ausgemustert werden und sucht jetzt ein neues (altes) Zuhause. Doch der Transport so einer Stadtbahn hat ihren Preis. Rund 75.000 Euro benötigt der Förderverein, um das verlorene Familienmitglied wieder nach Hause zu holen. Durch unermüdliches Spenden sammeln und mit den Einnahmen aus vielen Sonderfahrten konnte der Verein bereits Zweidrittel der Summe zusammen sparen. Nun ist man optimistisch, mit ein paar mehr Spendeneinnahmen den 601 bis Ende des nächsten Jahres heim zu bringen. Dann könnte sich Hannovers ältester Stadtbahnwagen auf den weiten und beschwerlichen Weg quer durch Kanada und über den Atlantik machen und bereits 2017, zum 125. Geburtstag der üstra, wieder auf Hannovers Schienen unterwegs sein.

Weitere Infos zum Förderverein, über den TW 601 sowie eine Bankverbindung zum Spenden gibt es unter http://www.strassenbahn-hannover.de.

 

 

 

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Der TW 600 und der TW 601 waren beide 2,50 m breit. (Bei wikipedia steht, dass es deshalb Begegnungsverbote beim Probebetrieb gab.) Trotzdem wurden nach dem Probebetrieb nur 2,40 m breite Fahrzeuge beschafft. (Vermutlich, damit es keine Probleme im Begegnungsfall gibt.) Der TW 6000 ist nur 2,40m breit.

    Die modernen TW 3000 Züge haben nach meiner Beobachtung einen deutlich schmaleren Schlitz zwischen Hochbahnsteigkante und Eintrittskante als die alten grünen TW 6000-Fahrzeuge.
    Sind die TW 3000 Fahrzeuge also wieder so breit (bis zur Höhe der Eintrittskante, darüber sind sie ja bis zu 2,65m breit) wie einst die TW 600 und TW 601-Fahrzeuge?
    Und beabsichtigte man 1975 (erster Tunnel-Betrieb) bereits eines Tages Fahrzeuge zu beschaffen, die in Höhe der Einstiegskante 2,50 m breit sind? (Sonst hätte man ja die Bahnsteigkanten ja auch enger bauen können.)

    • Ramona Reichel

      Hallo Henry,

      dass haben Sie alles schon sehr gut beobachtet!
      In der Tat ist es so, dass man bei der Planung des Tunnels noch von 2,90m Voll-U-Bahn ausgegangen war und erst später auf 2,50m in Bahnsteighöhe reduziert hat, als klar war, dass es „nur“ eine Stadtbahn wird. Entsprechend hat man damals also statt 25 Stadtbahnwagen gleich mal 100 Stück bestellt. Damit man die aber auf mehreren Strecken auch gleich einsetzen konnte, musste man in der Breite etwas abspecken auf 2,40m. Die darüber hinaus stattfindende Aufweitung der Gleismittenabstände dauert gegenwärtig noch an, da es immer mit routinemäßiger Erneuerung einher geht.

      Viele Grüße,

      Ramona Reichel

  2. Da ja für die Rückholung des TW601 nicht mehr viel fehl.,..
    Wie wäre es denn mit einer Art ProgressBar oder Thermometeranzeige, wieviel Geld nun eingegangen ist?
    Vielleicht wäre das für den einen oder anderen noch der nötige geistige „Schubser“, mal 50 EUR zu spenden.

    Euer TW6000 Liebhaber, der auch schon 50 EUR für den 601 hingeblättert hat 😉

    • Ramona Reichel

      Hallo TW 6000 Liebhaber,

      erst mal freut es mich ja sehr, dass es noch andere Liebhaber der „alten“ grünen Bahnen gibt, ich zähle nämlich auch dazu 🙂
      Nun zu deiner Idee: Auf der Internetseite des Fördervereins gibt es einen „Endspurt“ (http://www.strassenbahn-hannover.de/). Dort wird in regelmäßigen Abständen (nicht tagesaktuell) aufgezeigt, welche Summe zur Rückholung noch fehlt. Man ist aber optimistisch, den Wagen noch in diesem Jahr nach Hause zu holen. Jetzt heißt es also Daumen drücken.

      Viele Grüße,
      Ramona

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