Der neue E-Bus im Einsatz: Aus dem #ekoenig wird der eCitaro
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Der neue E-Bus im Einsatz: Aus dem #ekoenig wird der eCitaro

Ich stehe am Lindener Marktplatz und warte auf die Linie 100. Um mir die Zeit zu vertreiben, schaue ich auf mein Handy, bis ich im Augenwinkel den Bus heranfahren sehe. Ich gucke hoch und da strahlt er mir entgegen: der neue ÜSTRA Elektrobus, der eCitaro. Mit seinen Rundungen in leuchtendem ÜSTRA Grün fällt er auf in Hannovers Stadtbild. Allerdings nur optisch, zu hören ist er dank seines Elektroantriebs nämlich kaum. Gerade so viel, dass man sich nicht erschrickt, wenn er plötzlich neben einem fährt. Dass er flüsterleise unterwegs ist und damit vor allem die Anwohner entlang den Buslinien von nervigem Verkehrslärm befreit, ist aber nur ein Grund von vielen, warum es sich lohnt, unseren #ekoenig wirklich gut zu finden.

Seit September ist der eCitaro von Mercedes auf der Ringlinie 100/200 unterwegs. Zunächst sind erstmal mindestens zwei der vier Fahrzeuge im Einsatz. Nach und nach erreichen weitere Busse Hannover, die nach einem Besuch in der Werkstatt und Ladetests am Endpunkt August-Holweg-Platz in Betrieb gehen. Bis 2023, so das ambitionierte Ziel, wird die ÜSTRA den innerstädtischen Busverkehr auf sechs Linien mit insgesamt 48 eCitaro Solo- und Gelenkbussen ausstatten. Bis der eCitaro auf allen Innenstadtlinien zu sehen ist, müssen wir uns also noch eine Weile gedulden.

Am Endpunkt August-Holweg-Platz steht der Lademast für die Busse bereit. Foto: Florian Arp

Chic und barrierefrei

Zurück zum Bus. Von außen macht er schon mal eine gute Figur und verdreht durch seinen coolen Look den Hannoveranern bei der ersten Begegnung leicht den Kopf. Aber auch die inneren Werte des eCitaro können sich sehen lassen. Ja, ich gebe zu, ich bin etwas befangen. Schließlich darf ich dank meines Jobs den Bus schon seit seiner Ankunft im Januar begleiten. Spätestens nach dem ersten Einsteigen werden mir aber auch die Fahrgäste zustimmen.

Der eCitaro ist durch seinen modernen Look nicht zu übersehen. Foto: Florian Arp

Chic sieht er aus, der Bus, mit seinem braunen Boden in Holzoptik und den nachhaltigen Ledersitzen, die nicht nur bequem, sondern auch leicht zu reinigen sind. Ebenfalls ins Auge fallen die grünen Haltestangen, die durch ihre starke kontrastreiche Farbe auch für Menschen mit Sehbehinderungen gut zu erkennen sind. Denn Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste ist im eCitaro selbstverständlich. Ein großes Mehrzweckabteil bietet allen Fahrgästen Platz, egal ob Eltern mit Kinderwagen oder Fahrgästen im Rollstuhl oder mit Rollator. Außerdem sind die E-Busse mit gleich zwei Rampen für den stufenlosen Ein- und Ausstieg ausgestattet, einer elektrischen und – als Rückfallebene – einer manuellen.

Diese für den Nahverkehr wichtigen Pflichten besteht der eCitaro also mit Bravour. Aber wie sieht es mit der Kür aus? Auch da hat das neuste ÜSTRA Familienmitglied einiges zu bieten.

Aufladen und surfen

Da wären zum Beispiel die USB-Steckdosen, an denen während der Fahrt mal eben das Smartphone aufgeladen werden kann. Der Strom, den man hier über ein mitgebrachtes Kabel tankt, ist selbstverständlich der gleiche 100% CO2-freie Öko-Strom, mit dem auch unsere Busse geladen werden. Ist der Akku wieder aufgeladen, können die Fahrgäste ohne Umwege das kostenfreie WLAN nutzen, mit dem inzwischen alle ÜSTRA Busse ausgestattet sind.

Außerdem – und das ist ein Novum im Busbereich – verfügen die E-Busse über eine ziemlich clevere Klimatechnik, von der auch die Fahrgäste profitieren. Denn nicht nur uns Menschen wird im Sommer bei Temperaturen über 30 Grad warm. Auch die Hochvolt-Batterien des eCitaro brauchen dann eine Abkühlung. Die dafür notwendige Klimaanlage wird gleichzeitig auch genutzt, um den Innenraum der Busse etwas abzukühlen. Da reden wir natürlich nicht gleich von einem Kühlschrank-Effekt. Etwas Abkühlung verschafft das im Sommer aber schon.

Hilfreiche Sicherheitsausstattung für den Fahrdienst

Neben diesen sichtbaren Vorzügen der neuen Busse, verstecken sich auch beinahe unsichtbare Stärken in den Fahrzeugen. Denn auch an die Verkehrssicherheit wurde bei der Konzeption der Busse gedacht. So gibt es einen Abbiegeassistenten, der die Fahrer frühzeitig warnt, wenn sich beispielsweise ein Fahrrad im „toten Winkel“ des Fahrzeugs befindet. Und auch ein Bremsassistent unterstützt die Kollegen bei ihrer täglichen Arbeit.

Dieses kleine Dreieck gehört zum Abbiegeassistenten und warnt die Fahrer vor Gefahren im „toten Winkel“. Foto: Florian Arp

Noch nicht überzeugt?

So, wer meinen Text bis hier gelesen hat, bekommt nun einen ganz guten Eindruck bekommen, warum die neuen E-Busse ein Meilenstein für den hannoverschen Nahverkehr sind. Und wer noch nicht überzeugt ist? Der sollte sich einfach mal selbst einen Eindruck des eCitaro verschaffen und ich bin absolut sicher: Unser #ekoenig wird niemanden enttäuschen!

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Hallo Sikorski,

      aufgrund eines Umbaus der Ladeinfrastruktur am August-Holweg-Platz, müssen die Fahrzeuge von Solaris entsprechend umgerüstet werden. Sobald das geschehen ist, werden sie auch wieder auf der 100/200 eingesetzt.

      Viele Grüße
      Ramona Reichel

  1. Mich würde mal interessieren was der BUS gekostet hat und wie weit er mit einer Batterieladung kommt. Wie sieht das Kosten-Nutzenverhältnis im Vergleich zu den herkömmlichen Bussen aus. Davon steht im Text leider nichts oder ich habe es nicht gefunden.

    • Hallo Diver,

      die Busse haben eine Reichweite von rund 120 km ohne Nachladung. Insgesamt kostet das Großprojekt „Elektrobusoffensive“ etwa 50 Millionen Euro.

      Viele Grüße,
      Ramona Reichel

  2. Haben die neuen Elektrobusse nun eine Klimaanlage oder nicht?
    In dem Text steht: „Außerdem – und das ist ein Novum im Busbereich – verfügen die E-Busse über eine ziemlich clevere Klimatechnik, von der auch die Fahrgäste profitieren.“ Das Wort „Klimaanlage“ fällt nicht.
    Ich bin kein Mensch, der sich im Sommer einen Bus mit Kühlschranktemperaturen wünscht. Mehrere Fahrgäste, die ich darauf ansprach, halten sogar gar nichts von einer Klimaanlage. Die verbreiteten Vorurteile sind: Mit Klimaanlage ist es im Bus viel zu kalt. Und außerdem sind Klimaanlagen Viren- und Bazillenschleudern.
    Gerade jetzt zu Corona-Zeiten ist es doch gut zu wissen, dass eine Klimaanlage im Omnibus die Ansteckungsgefahr reduziert. Und Kühlschranktemperaturen werden von einer Klimaanlage dann erzeugt, wenn sie falsch eingestellt ist, oder zu schlechte oder zu wenige Temperatur-Fühler hat.
    Mit einer guten Klimaanlage ist das kein Problem, eine angenehme Temperatur zu erzeugen. Und es ist auch kein Problem, wenn das teuer ist. Denn der erzielbare zusätzliche Komfort lockt Kunden an. Und je mehr Menschen den ÖPNV benutzen, um so besser kann das Angebot gestaltet werden und um so mehr Synergie-Effekte gibt es. So dass die Investition in wirklich gute Klimaanlagen sich langfristig auszahlt.
    Auch ein höherer Energieverbrauch ist kein Problem, denn im Vergleich zum Auto ist der ÖPNV immer noch um Längen nachhaltiger. Auch mit Klimaanlagen!
    Aber es muss eine gute Klimaanlage sein. Und leider hört sich der Text ein bisschen so an wie: Erstmal müssen die Batterien gekühlt werden. Wenn dann noch ein bisschen Kälte übrig ist, dann bekommen auch die Fahrgäste etwas Abkühlung. Ja, das ist jetzt sehr zugespitzt formuliert. Aber es hört sich leider wirklich genau so an.

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