Versucht es mal mit einem Lächeln
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Versucht es mal mit einem Lächeln

17 Uhr, Feierabend. Jetzt schnell in der Stadt noch ein paar Besorgungen machen und dann ab nach Hause. Ich bin in Eile, genervt und will endlich aufs heimische Sofa. Die Linie 3 fährt ein, sie ist voll und ich merke, wie meine Laune sinkt. Alles steht im Türbereich und die Menschen am Bahnsteig kommen kaum durch, um im Mittelteil wenigstens einen Stehplatz zu finden. Ich nehme also meinen Rucksack ab und murre „Entschuldigung, dürfte ich mal durch?!“, während ich mich durch die Gruppe Mitreisender schiebe.

Grummeln und murren sind an der Tagesordnung und noch schlimmer: Es scheint, als würde unsere Gesellschaft immer ruppiger miteinander umgehen.

Natürlich geht es in unseren Bahnen zwischen den Fahrgästen nicht immer mit diesem scharfen Ton zu, aber unsere Fahrer und Fahrerinnen – gerade im Bus – sind oftmals der schlechten Laune in den Fahrzeugen eins zu eins ausgesetzt. Vor allem bei Verspätungen (die wir übrigens selbst nicht mögen) wird die Kritik schon einmal sehr unsachlich.

Die Kollegen der protec sehen eine Menge auf ihren Patrouillen durch Hannover. (Foto: Timo Wegner)

Die Kollegen der protec sind noch näher dran. Auf ihren Patrouillen durch Hannover sehen sie eine Menge – Handgreiflichkeiten eingeschlossen. Zwar sind in den vergangenen Jahren die Arbeitsunfälle nicht signifikant angestiegen, aber den raueren Ton nehmen die Kollegen schon war. Deshalb stattet die protec ihre Mitarbeiter im Sicherheitsdienst nun auch mit neuen Sicherheitswesten aus. Die Westen sollen das subjektive Sicherheitsgefühl der Kollegen stärken und schützen vor Stichwaffen, spitzen Gegenständen und Kurzwaffenmunition.

Fakt ist, dass der Nahverkehr nicht unsicherer geworden ist. Es gibt nicht mehr Überfälle oder bedrohliche Situationen. Sollte jedoch einmal eine Auseinandersetzung heftiger werden, dann informiert bitte unsere Fahrer/innen. Die Kollegen/ Kolleginnen versuchen zu deeskalieren oder rufen über Funk Hilfe.
Am häufigsten sind aber die zu Anfang erwähnten kleineren Diskrepanzen. Deshalb möchten wir, gerade jetzt zur Weihnachtszeit, an die Idee der Nächstenliebe erinnern. Wenn wir alle mit einem Lächeln auf die anderen zugehen, entstehen viele dieser Situationen gar nicht. Auch mir ist bei meiner Fahrt in den Feierabend aufgefallen: Sobald ich lächelnd nach oben schaue und freundlich um Durchlass bitte, bekomme auch ich ein Lächeln geschenkt. Die anderen Fahrgäste treten zur Seite, einige gehen sogar ins Wageninnere durch (und machen damit nicht nur für mich, sondern auch für die anderen am Bahnsteig den Weg frei).

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Schöner Apell. Ich würde mir aber auch wünschen, dass die Fahrer öfter durchsagen, dass die Leute bitte weiter ins Wageninnere durchgehen möchten. Das hat bisher immer ganz gut geholfen.

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