Pole Position für Hannovers Öffis
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Pole Position für Hannovers Öffis

Na sowas! Da kommt so ein Vergleichsportal aus den Untiefen des Internets und bescheinigt unseren Stadtbahnen, nur im unteren Mittelfeld der deutschen Öffis herumzukriechen – und die HAZ spießt das Ganze auch noch mit einer Glosse auf.

Nun bekommen unsere Fahrer zwar keine Preise für die flotteste Runde und eine Linienfahrt ist kein Grand Prix Rennen. Die „ruck- und stoßfreie Fahrweise“ ist das Credo unserer Betriebsordnung und das Speed Limit ist uns heilig. Und dass unsere Fahrer während des Dienstes nicht auf Shopping Tour gehen, wie die HAZ heute zu scherzen beliebte, sondern stets aufmerksam bei der Sache sind  (und damit oft schwere Unfälle verhindern), ist allgemein bekannt.

Aber langsamer? Wir? Als Bochum und Duisburg? Kann das daran liegen, dass hier jemand Birnen mit Äpfeln verglichen hat? Da die Tester vom Vergleichsportal wohl kaum mit der Stoppuhr in all den Städten unterwegs gewesen sind, haben sie vermutlich einfach die Linienlängen mit den Fahrplanzeiten kombiniert und daraus per Dreisatz fiktive Durchschnittsgeschwindigkeiten errechnet. Das Dumme daran ist nur: Der Vergleich hinkt, und zwar gewaltig. Wer ein Stadtbahnnetz mit 12 Linien und 300 Haltestellen betreibt, muss mehr Zeit für Ein- und Ausstieg einplanen als wenn er nur eine einzige Linie mit wenigen Stopps wie in Bochum oder Duisburg hat. In Haltestellen sinkt die Geschwindigkeit nämlich jedes Mal auf glatt Null – es sei denn, man möchte den Fahrgästen zumuten, auf durchfahrende Züge aufzuspringen. Über die Leistungsfähigkeit eines Stadtbahnsystems sagt die Durchschnittsgeschwindigkeit also nur wenig aus. Wer einmal mit der Stadtbahn vom Nordwesten Hannovers in unter zwanzig Minuten in den Südosten gefahren ist, weiß das. Wer das noch unterbieten will muss einen Helikopter benutzen (geeignete Landeplätze vorausgesetzt).

Also keine Sorge, liebe Hannoveraner, unsere Öffis sind schnell genug. Nicht ohne Grund landete die ÜSTRA im letzten Jahr beim Kundenbarometer – einem Vergleich von Verkehrsunternehmen in über 30 deutschen Städten – bei der „Geschwindigkeit der Beförderung“ auf dem ersten Platz: Pole Position für Hannover! Na also.

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wenn man sich die Durchschnittsgeschwindigkeiten der einzelnen Linien anschaut, weiß man, warum der Gesamtwert so runter geht. Während die Linien 1-8 + 11 im Schnitt 25 bis 30 km/h schaffen, geht es schon mit der Linie 9 runter (23,4 km/h). Am langsamsten sind die Stadtbahnen der D-Linie, also der Linie 17 (19,8 km/h) und 10 (18,8 km/h).

    Klar, die zwei fahren nicht durch den Tunnel, sondern durch die KSS ohne eigene Trasse, mit einer engen Kurve vor der Ernst-August-Galerie. Dazu muss die Linie 10 in der Limmerstraße die Geschwindigkeit auf 25 (oder 20?) km/h reduzieren, was sie noch langsamer macht.

    Reisezeit ist ein enorm wichtiger Faktor für Pendler wenn sie ihr Auto stehen lassen wollen und zum ÖPNV wechseln. Das haben die Grünen bei ihrem Wunsch nach der Oberflächenstrecke anscheinend nicht berücksichtigt (oder sogar ignoriert?).

    Ich kann nur hoffen, dass auch das letzte Teilstück des großartigen Stadtbahnnetzes komplementiert wird, indem der D-Tunnel und vielleicht sogar der Limmerstraßentunnel gebaut werden. Das steigert Kapazität und Attraktivität des Nahverkehrs.

  2. Hallo Udo,

    herzlich willkommen in der behüteten Madsack-Welt im Sinn von „wir haben zwar keine Ahnung, aber auf arrogante Weise erklären wir die Welt!“.
    Die HAZ / NP sind nicht gerade für objektiven Journalismus bekannt. Äpfel mit Birnen und diese dann noch mit Bananen vergleichen? Kein Problem!
    Die Hamburger Hochbahn mit der Üstra zu vergleichen ist eine Frechheit! Die Hochbahn fährt (wie der Name schon sagt) auf eigener und von Fremdverkehr freier Strecke. Unsere Stadtbahn fährt halt dort, wo es nötig ist, als U-Bahn. Danach allerdings auch im normalen Straßenverkehr. Da kann man schlicht keine Vergleiche anstellen.
    Die Duisburger Stadtbahn verhält sich zum Liniennetz der Üstra wie Trabant 601 zu Mercedes S-Klasse. Und selbst die Duisburger landen schon auf Platz 5.
    Mach Dir also keinen Kopf. Ignoriere die Ignoranten und hab einfach schöne Ostern bei einem der besten Verkehrsbetriebe in Deutschland.
    Soviel vom
    TW-6000 Liebhaber

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