Nach der EXPO: Was und wer blieb, in der „Stadt für den zweiten Blick“ TEIL 1
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Nach der EXPO: Was und wer blieb, in der „Stadt für den zweiten Blick“ TEIL 1

Hannover, Weltausstellungsstadt. Vor 20 Jahren war die EXPO2000 zu Ende, die erste universelle Weltausstellung in Deutschland. Hannover war Gastgeber, die ÜSTRA auch, mit Nachhaltigkeit als Teil des Konzepts. Also – was blieb im Nahverkehr? Viel!

Teil 1: Was blieb im Nahverkehr?

153 Tage Weltausstellung EXPO2000 in Hannover, sie dauerte vom 1. Juni bis zum 31. Oktober 2000. Unter dem Motto „Mensch, Natur, Technik – eine neue Welt entsteht“ traf sich die Welt auf dem EXPO-Gelände im Süden der Stadt. Nun gut, vielleicht nicht die Welt, aber immerhin rund 18 Millionen Besucher waren da. Geplant war alles für erhoffte 40 Millionen Gäste, und das galt auch für den umfangreichen Ausbau des Verkehrssystems.

Großer Andrang: Expo-Gäste tummeln sich vor dem Eingang auf das Gelände. (Foto: ÜSTRA Archiv Foto: Eberhard Franke)

Gut: Im Nahverkehr blieb (fast) alles bis heute und wird auch in Zukunft genutzt. Stets an erster Stelle genannt wird das S-Bahn-Netz. Das wäre ohne EXPO auch gekommen, nur sicher später. Gleiches gilt für viele der Hochbahnsteige im Stadtbahnnetz – nie wurden so viele errichtet wie in den letzten Jahren vor der EXPO. Vorgezogen wurde der Ausbau des Stadtbahnnetzes um die so genannte D-Süd-Strecke zum Kronberg mit dem damaligen Endpunkt EXPO/Ost (heute Messe/Ost). Anfangs war noch spekuliert worden, ob Strecke und Stationen vielleicht überdimensioniert seien, wie die Nachnutzung aussehen solle. Längst ist klar: Die Strecke der Linie 6 ist eminent wichtig, Anwohner und Studenten profitieren. In vergleichsweise kurzer Zeit geplant und gebaut hat sich die „EXPO-Strecke“ allerbestens bewährt, samt kurzem Tunnel im Herzen Bemerodes und „Veronakurve“ (!) an der Feldbuschwende. Alles war weitsichtig angelegt, ganz in der Tradition des hannoverschen Stadtbahnbaues seit 1965. Heute fahren hier werktags durchgehend Dreiwagenzüge der Stadtbahn im Zehnminutentakt. Zusätzliche Bedeutung kommt der „D-Süd“ zu, wenn die neuen Siedlungen „Kronsrode“ am heutigen Streckenendpunkt bezogen sind. Weiterer Streckenausbau: keineswegs ausgeschlossen.

Seit dem EXPO-Jahr fährt die Stadtbahn bis zum südlichen Kronsberg, die Umgebung hat sich immer wieder verändert. (Foto: Achim Uhlenhut)

Auf den umfangreichen Betriebserfahrungen der EXPO-Zeit konnte die ÜSTRA lange aufbauen, beim Kirchentag 2005 ebenso wie bei der Fußball-WM 2006 oder legendären Konzerten mit aktuell unvorstellbaren Besucher- und Fahrgastmassen. Großveranstaltungen – kein Problem für Hannover dank der ÜSTRA. Wer erinnert sich noch an Herbert Grönemeyer oben auf dem Kronsberg, auf vormaligen EXPO-Parkplätzen? An U2 auf dem Messegelände und anderes mehr? Wie schon im aufgepeppten EXPO-Song, so gilt auch hierfür „Das gab´s nur einmal, das kommt nie wieder“. Es blieben die bestechend gute Infrastruktur des Nahverkehrs und das einmalige Know-how.

Und es blieb noch mehr. Die vor der EXPO beschafften silbernen Stadtbahnwagen haben zwei Drittel ihrer Lebensdauer erreicht. Die vor der EXPO gebaute und von ÜSTRA und regiobus gemeinsam mit dem Land Niedersachsen genutzte Verkehrsmanagementzentrale an der Glocksee wird in absehbarer Zeit durch einen Neubau ersetzt – die Aufgaben wachsen weiter. Denn der Verkehr nimmt zu, weswegen zusätzlich zum rechtzeitig vor der EXPO fertiggestellten Stadtbahn- Betriebshof Leinhausen noch ein neuer kommen wird. Zur EXPO setzte die ÜSTRA bis zu 404 Stadtbahnwagen ein, in zehn Jahren werden es deutlich mehr sein. Da war die Weltausstellung sogar nur ein Zwischenschritt, was damals wohl niemand gedacht hätte. Die EXPO als positive Zäsur. Nicht nur baulich und technisch.

Vor der EXPO ging die neue ÜSTRA Betriebsleitstelle in der Verkehrsmanagementzentrale Glocksee in Betrieb, sie arbeitet bis heute. (Foto: Achim Uhlenhut)

Mehr Fahrzeuge und dichter Fahrplan, das bedeutete auch mehr Mitarbeiter: Die Belegschaft wuchs vorübergehend um Studentenfahrer, Busfahrer wechselten zur Stadtbahn und wurden durch 25 Kollegen von der Leipziger LVB ersetzt, die gleich mit ihren Bussen nach Hannover kamen. Bei der Stadtbahn fuhren zusätzliche Kollegen, entsandt von der BoGeStra aus Bochum und Gelsenkirchen (10), von der Bremer Straßenbahn (30) und der Kölner KVB (8). Warum gerade aus diesen Städten? Die jeweiligen Betriebsleiter kannten sich von ihrer eigenen Ausbildungszeit gut. In Hannover waren die Linie 3, 7 und 9 während der EXPO fest in der Hand der Gastfahrer, zu erkennen unter anderem an ihrer Heimat-Dienstkleidung. Und, man sollte es kaum glauben, von jedem der drei Betriebe ist ein Mitarbeiter der EXPO-Zeit bei der Stadtbahn in Hannover geblieben: Eine Fahrerin aus Gelsenkirchen und ein Kölner entschieden sich noch während der EXPO, nach Hannover wechseln zu wollen, ein Bremer Kollege ein paar Jahre später.

Im zweiten Teil „Nach der EXPO TEIL 2: Was und wer blieb, in der ‚Stadt für den zweiten Blick’“ widmen wir uns genau dieser Kollegin und diesem Kollegen, die als Gastfahrer zur ÜSTRA kamen und bis heute Hannover treu geblieben sind.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich fände es super, wenn die 6 nach süden noch um eine Haltestelle am Ende der Wendeschleife verlängert würde. Da müssten ja nicht mal weitere Gleise gelegt werden.
    Dann könnte man noch schneller von der Bahn zum Ikea und zurück.

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