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Stadtbahn-Knigge: Wollen Sie sich setzen?

Das Pfingstwochenende steht vor der Tür und in Hannover ist mächtig was los: Feste, Fußball, Konzerte und so weiter. Das bedeutet auch, dass es in unseren Bussen und Bahnen etwas kuschliger werden könnte. Wie Sie die Fahrt trotzdem entspannt genießen können, lesen Sie hier:

1. Ein- und Aussteigen
„Lass die Leute erstmal aussteigen, bevor du einsteigst“, hat schon meine Mutter zu mir gesagt, als ich noch ein kleines Kind war. Was für viele selbstverständlich ist, sorgt heute leider dennoch an vielen Stationen für Unbehagen. Es wird gedrängelt in der Hoffnung noch schnell einen Sitzplatz ergattern. Allerdings sollte man zunächst Rücksicht auf die aussteigenden Fahrgäste nehmen. Denn an irgendeiner Haltestelle ist man selbst ein aussteigender Fahrgast und dann wäre es doch schön, wenn man bequem aussteigen könnte, ohne sich durch eine entgegenkommende Gruppe zu quetschen.

2. Das Wageninnere
Wer kennt das nicht? Man steigt in die Bahn oder in den Bus und möchte zwei Stationen später wieder aussteigen. Da lohnt es sich nicht wirklich den Eingangsbereich zu verlassen, oder? Allerdings erschwert das auch das Ein- und Aussteigen für andere Fahrgäste. Im Wageninneren sind genügend Sitz- und Stehplätze vorhanden und weil man den Eingangsbereich freihält, tut man damit ein- und aussteigenden Fahrgästen auch noch einen Gefallen. Außerdem bleiben die Trittstufen frei und der Bahn- bzw. Busfahrer kann ohne Verzögerungen die Türen schließen und die nächste Haltestelle in Angriff nehmen kann.

3. Plätze anbieten
Schwangere, Senioren und mobilitätseingeschränkte Personen haben es manchmal schwerer als andere, wenn sie mit der Stadtbahn oder dem Bus fahren wollen. Wenn das Reiseziel auch noch einige Stationen entfernt ist und immer mehr Leute dazu steigen, dann wird die Bahnfahrt schnell zu einem Kraftakt. Bieten Sie deshalb Ihren Sitzplatz jemanden an, der nicht lange stehen kann. Sie werden sich bedanken, wenn Sie in diese Situation kommen und ein anderer Ihnen seinen Platz anbietet. 😉

4. Essen in der Stadtbahn
Nun sitze ich in der Bahn und bin auf dem Weg zu einer Veranstaltung in der Innenstadt, als der junge Mann neben mir seinen geruchsintensiven Döner auspackt und diesen genüsslich verspeist. Während er seinen Hunger stillt, verziehen viele Fahrgäste – inklusive mir – das Gesicht, denn der Geruch verteilt sich schnell im Wagon. Nicht nur der Geruch kann stören. Auch Essensreste bleiben oft zurück, wenn z. B. der besagte Döner oder Pommes auseinander- oder auf den Boden fallen. Für die anderen Fahrgäste ist dies sehr unschön. Achten Sie deshalb darauf andere Fahrgäste nicht mit Essensresten oder unangenehmen Gerüchen zu belästigen.

5. Minikonzerte in der Bahn vermeiden
Es setzt sich ein junges Mädchen auf den Platz, der mir gegenüber liegt. Sie holt ihr Smartphone hervor, steckt Kopfhörer hinein und lässt in voller Lautstärke ihre Musik spielen. Vielleicht ist sie auf dem Weg zum Konzert ihrer Lieblingsband. Trotz der benutzten Kopfhörer fällt es mir und den anderen Leuten in ihrer Nähe nicht schwer, den Text zu verstehen. Musik hören in der Bahn ist sicher nicht verboten. Eine Bahnfahrt vergeht manchmal schneller, wenn man sich seinen Lieblingssong anhört. Aber dennoch sollte man stets aufpassen, dass man anderen Fahrgästen nicht seinen Musikgeschmack aufzwingt.

6. Zimmerlautstärke
Wenn ich mit meinen Freunden in der Bahn sitze, auf dem Weg zur nächsten Party oder Veranstaltung, dann neigen wir oft dazu herumzualbern und uns über alles Mögliche zu unterhalten. Im Eifer des Gefechts lässt es sich manchmal auch nicht vermeiden, dass wir etwas lauter lachen oder unsere Stimmen Achterbahn fahren, während wir unseren Emotionen freien Lauf lassen. Aber alles hat seine Grenzen. Natürlich kann Ihnen niemand verbieten sich mit ihren Freunden zu unterhalten. Aber lassen Sie nicht den ganzen Stadtbahnwagen an Ihrem Gespräch teilhaben.

7. Die Mülltonne
Es ist an der Zeit auszusteigen. Einige Fahrgäste beginnen damit ihre Bücher und Handys in ihren Taschen zu verstauen. Es herrscht Aufbruchsstimmung. Was viele vergessen: den Müll. Es kommt nicht selten vor, dass leere Kaffeebecher und Verpackungen oder ausgelesene Zeitungen in der Bahn liegen bleiben. Das ist sehr unschön für die nachfolgenden Einsteiger, denn niemand möchte sich gern in eine vermüllte Bahn setzen. Hier gilt also: Müll mitnehmen und an der nächsten Haltestelle einfach entsorgen.

Wenn sich alle an diese Verhaltensregeln halten, dann wird auch das Bahn- und Busfahren an diesem kuschligen Pfingstwochenende entspannt. Fällt Ihnen noch etwas ein, worauf man achten könnte? Dann lassen Sie uns einen Kommentar da. 😉

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Großveranstaltungen und Baustellen: Einsatz für den ÄVD (Äußerer Verkehrsdienst)

ÄVD, ist die Abkürzung für den „Äußeren Verkehrsdienst“. Der kommt immer bei Großveranstaltungen, wie Fußball, Konzerten oder Baumaßnahmen zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Stadtbahnfahrer mit einer Zusatzausbildung.üstra Servicemitarbeiter geben Auskunft, wenn ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden musste.

Bei der letzten Unterbrechung an der Markthalle waren die ÄVD an den Haltestellen eingesetzt, an denen die Stadtbahnlinien unterbrochen wurden. In diesem Fall waren das Kröpcke und Schwarzer Bär. Damit die „Beförderungskette“ nicht unterbrochen wird, muss der ÄVD darauf achten, dass der Ersatzbus auf seine Anschlussbahn und die Bahn auch auf den Bus wartet. Dafür steht er im ständigen Kontakt über Funk mit der Betriebsleitstelle. Solange alles nach Plan läuft, hat der ÄVD nicht so viel zu tun. Aber wehe es kommen einmal mehr Fahrgäste als erwartet und ein Ersatzbus ist auf einmal zu wenig, dann ist Improvisation gefragt.  Wo bekomme ich so schnell einen zweiten Bus her? Außerdem ist es für die Fahrgäste wichtig, dass an den entsprechenden Haltestellen Ansprechpartner vor Ort sind um Fragen zu beantworten. Wir wollen ja die Hannoveraner trotz Bauarbeiten bestmöglich an ihr Ziel bringen.Die Fahrgäste wechseln von einer Bahn in den bereits bereitstehenden Ersatz-Bus.

In einem so großen Netz, wie die üstra es betreibt, reicht daher die nächtliche Betriebspause für Arbeiten nicht immer aus. Größere Unterbrechungen finden meistens in den Abendstunden oder an Feiertagen wie Ostern oder Pfingsten statt, da dann erfahrungsgemäß weniger Fahrgäste unterwegs sind und somit auch weniger Kunden betroffen sind. Im Vorfeld einer geplanten Unterbrechung muss daher geschaut werden, ob der Fahrweg der Ersatzbusse auch passierbar ist. Manchmal sind die Fahrwege der Busse so eng, dass extra Halteverbote aufgestellt wurden und kontrolliert werden muss, ob dort auch kein PKW im Weg steht. Im Extremfall werden diese PKW dann auch abgeschleppt.

Bei Großveranstaltungen, wie z.B. dem Feuerwerkswettbewerb in Herrenhausen ist der ÄVD sozusagen das „Auge der Betriebsleitstelle“, denn diese sieht nicht, wann ein Ersatz-Wagen (E-Wagen) voll besetzt ist und abfahren muss. Über Funk bin ich mit der BL in Kontakt und diese schickt bei Bedarf, dann den nächsten E-Wagen aus der Warteposition los. Auch bei den Heimspielen von Hannover 96 müssen die E-Wagen abgefertigt werden, hier wird der ÄVD von der Protec unterstützt.

Der Einsatz im Äußeren Verkehrsdienst ist eine willkommene Abwechslung im Dienst des Stadtbahnfahrers und macht ca. 10 – 15% der Jahresarbeitszeit aus.

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„Ich liebe es hier“

Ein buntes Stück deutscher Geschichte steht seit letzter Woche auf dem Betriebshof Glocksee. Ein vom britischen Künstler Tim Davies bemaltes Stück der Berliner Mauer ist jetzt bei der üstra zuhause und wird geziert von der bunten Pop-Art Kunst des gebürtigen Walisers. Genau wie dieses Stück Mauer ist auch Tim Davies über Umwege nach Hannover gekommen. Während seines Kunststudiums in London lernte er auf einer Party die Liebe seines Lebens kennen, eine Hannoveranerin. Nach vielen gemeinsamen Jahren in der englischen Metropole zog es die beiden 2008 in die niedersächsische Landeshauptstadt. Und diesen Umzug bereute Tim bis heute noch keinen Tag.

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„Hannover ist ‚more relaxed‘ als London, hier konnte ich endlich wieder klar denken“ erklärt der sympathisch schüchterne Künstler die Vorzüge seiner neuen Heimatstadt. Ihm gefällt vor allem wie grün Hannover ist. „Außerdem gibt es hier alles was auch Weltstädte zu bieten haben, Theater, Shopping, Kultur. Aber gleichzeitig ist auch alles schnell zu erreichen, sogar raus aufs Land kommt man schnell.“ Erst hier in der „small and big city“ habe er wieder Luft gehabt zu atmen und davon profitiert vor allem seine Kunst.

Seit seinem dritten Lebensjahr hat Tim den Zeichenstift nicht mehr zur Seite gelegt, mit 10 gewann er seinen ersten Kunstwettbewerb – zur Gestaltung von Weihnachtskarten. Als Schüler verkaufte er seine ersten Bilder an seine Freunde, gemalte Formel 1 Bilder für ein paar britische Pfund. Dann folgte das Kunststudium in London, an dessen Ende ihn eine Design Agentur entdeckte und unter anderem als Designer für ein Pink Floyd Plattencover engagierte. Doch bis er von seiner Kunst leben konnte, dauerte es noch einige Zeit, in denen Tim mit Bildern für Schulbücher, Kneipen und Bühnen seinen Lohn verdiente.

Ziel seiner Pop-Art Kunst ist es, die Welt ein bisschen bunter zu machen. „Es gibt so viele Probleme auf der Welt, da will ich einfach positiv, optimistische Botschaften verbreiten und mit kräftigen Farben und meinen Figuren die Welt ein bisschen freundlicher gestalten.“ Das hat Tim auch schon bei der üstra geschafft , z.B. mit dem Titelbild für die Broschüre zum Jubiläum der „Roter Punkt“ Aktion im Jahr 2009.

Hannover, so findet Tim, ist der ideale Ort für seine Arbeit. Denn, auch wenn er sich an die „anfangs kühle, aber ehrliche und freundliche Art“ der Hannoveraner erst gewöhnen musste, fühlt er sich inzwischen inspiriert von der norddeutschen Mentalität und sagt: „Ich liebe es hier.“

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Hinter den Kulissen der protec

„Wenn du auf diesen Knopf drückst, spricht sofort ein üstra Mitarbeiter mit dir und du kannst dir Hilfe holen“. Als der protec Mitarbeiter der neunjährigen Tina die Info- und Notrufsäule am Steintor erklärt, hört die Schülerin aus Kleefeld gespannt zu. Sie fährt gerne mit der Bahn, aber wozu diese Säulen in den Stationen da sind, das wusste sie bisher nicht so genau. Um ihr und anderen jungen Mädchen die Sicherheitsmaßnahmen in den Stationen, Bussen und Bahnen zu erklären, lud die üstra im Rahmens des Projekts „Mädchen in der Stadt“  (Ein Kooperationsprojekt von „Mein Hannover 2030“) 80 Mädchen im Alter von 8 bis 12 Jahren ein und ließ sie einen Nachmittag lang sämtliche Fragen rund um die Sicherheit bei der üstra stellen.

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Und so staunten die Mädchen nicht schlecht, als sie die protec Zentrale am Kröpcke betreten durften. Auf zahlreichen Bildschirmen und Monitoren werden dort die Stationen, Zugänge, Verteilerebenen und auch einige oberirdische Haltestellen überwacht, die Mitarbeiter haben rund um die Uhr ein Auge darauf, dass den Fahrgästen nichts passiert oder das sich z.B. alle an das Rauchverbot halten. Wenn Tina oder die anderen Mädchen nun auf den Notrufknopf an den Info- und Notrufsäulen in einer Station drücken würden, könnte ein Mitarbeiter der protec von hier aus sofort mit der Kamera auf sie schalten und hätte sie sicher im Blick. Außerdem kann sowohl die protec Leitstelle als auch die üstra Leitstelle sofort die Polizei oder einen Notarzt rufen, wenn zum Beispiel ein Fahrgast einen Herzinfarkt hat oder sich jemand bedroht fühlt. Die Mitarbeiter der protec sind aber nicht nur in der Leitstelle, sie gehen auch Tag und Nacht Streife und sind so immer präsent und für alle Fahrgäste ansprechbar.

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Sollten sich die Mädchen mal in den Bahnen unsicher fühlen, können sie jeder Zeit die Fahrer ansprechen. In den Silberpfeilen und im neuen TW 3000 gibt es extra Sprechstellen dafür, im grünen TW 6000 kann man den Fahrer direkt ansprechen. Außerdem sind auch einige Busse und Bahnen mit Kameras ausgestattet, um potenzielle Kriminelle davon abzuhalten, etwas anzustellen. Dies hat nicht nur eine abschreckende Wirkung, die Mädchen können sich dadurch auch sicherer fühlen.

Am Ende des Nachmittags kommt dann auch Tina zu dem Fazit, dass sie auch in Zukunft weiter gerne mit der Bahn fahren möchte, denn wenn tatsächlich mal etwas passiert, dann, das weiß sie jetzt, ist schnelle Hilfe nicht weit.

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Die Räder stehen nie still – Wenn Busse die Bahnen ersetzen

Die Räder stehen nie still – Wenn Busse die Bahnen ersetzen

„Busse ersetzen Stadtbahnen in der City“ könnte eine typische Pressemitteilung lauten, wenn ich mal wieder einen SEV ankündige. Dabei handelt es sich nicht um eine Sprachentwicklungsverzögerung (wird kurz auch SEV genannt) sondern um unsere Schienenersatzverkehre. Davon sprechen wir immer dann, wenn die Stadtbahnen nicht weiter fahren können und der Schienenverkehr durch Busse oder Taxen ersetzt werden muss. SEV können dabei von langer Hand geplant sein, zum Beispiel bei Baumaßnahmen wie jetzt an der Station Markthallte. In solchen Fällen weiß die üstra oft schon mehrere Monate vorher, an welchen Tagen die Stadtbahnen nicht ihre gewohnten Strecken zurücklegen können. Es gibt aber auch die plötzlich auftretenden Störungen wie Unfälle oder defekte Bahnen, die nicht vorhersehbar sind und einen spontanen Ersatzverkehr erfordern.

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Etwa 15 bis 20 geplante SEV pro Jahr werden vom üstra Fahrplanbüro in Zusammenarbeit mit den Betriebsbereichen Bus und Bahn organisiert. Es gilt, Dienst- und Einsatzpläne anzupassen und die Fahrgäste frühzeitig und detailliert über die geplanten Maßnahmen zu informieren (z.B. via Facebook und Twitter oder über die Presse). In der Regel haben die Planer dafür mindestens zwei bis drei Monate Zeit. Nach Möglichkeit werden diese Maßnahmen in die Nacht, auf Wochenenden oder in die Ferien gelegt, damit so wenig Fahrgäste wie möglich auf dem Weg zur Arbeit oder in die Schule betroffen sind.

Anders sieht es bei ungeplanten Schienenersatzverkehren aus, die durchaus mehrmals die Woche, manchmal sogar mehrfach an einem Tag benötigt werden. Ursachen können Unfälle sein, aber auch defekte Stadtbahnwagen oder höhere Gewalt, wenn z.B. nach Unwettern Bäume auf den Gleisen liegen. In diesen Fällen arbeiten bis zu acht Mitarbeiter in der Betriebsleitstelle und vor Ort daran, möglichst schnell für Ersatz sorgen. Dazu gehört, je nach Störungsursache, sofort die Polizei und die Feuerwehr sowie alle sich im Einsatz befindlichen Fahrer zu benachrichtigen. Parallel dazu werden eventuell vorhandene Reservisten auf den Betriebshöfen alarmiert, die mit leerstehenden Bussen zum gesperrten Streckenabschnitt aufbrechen. Dieses Reservepersonal, das während seines Dienstes auf den Betriebshöfen Bürotätigkeiten nachgeht, steht in mehreren Schichten den gesamten Tag auf Abruf bereit, um so auch in Notfällen den Verkehr aufrecht erhalten zu können. Sind bereits alle Reservisten im Einsatz, können zudem Busse und Fahrer von kleineren Buslinien abgezogen oder üstra Taxen gerufen werden.

Wissen die Ersatzfahrer Bescheid, gilt es, die Fahrgäste über den Schienenersatzverkehr zu informieren. Mittels Durchsagen und der Laufschrift auf den digitalen Anzeigen wird ihnen erklärt, wie sie trotz der unbefahrbaren Strecke mit dem Ersatzverkehr weiterfahren können. Problematisch ist, dass aufgrund der Kürze der Zeit oft nur wenige Mitarbeiter die Fahrgäste vor Ort benachrichtigen können. Deshalb gibt die üstra seit 2014 auch über Twitter sämtliche Verkehrsmeldungen an die Fahrgäste weiter. Denn: je besser die Fahrgäste über die Störung und den SEV informiert sind, desto schneller können sie sich darauf einstellen und ohne großen Ärger an ihr Ziel kommen. Nach dem ungeplanten SEV müssen die Bahnen auf der freigegebenen Strecke wieder eingetaktet werden, also wieder in ihrem regelmäßigen Takt und vor allem pünktlich auf der Strecke sein, um auch Anschlüsse wieder garantieren zu können._MG_4729_web

Damit bei der üstra alle beteiligten Fahrer, die Betriebsleitstelle sowie das Kundenzentrum auch die Routen und Teilstrecken der Ersatzverkehre kennen, verfügt die Betriebsleitstelle über ein 150 Seiten starkes Störungskonzept, dass alle wichtigen Fakten, Routen und Details zu jedem möglichen Streckenabschnitt beschreibt. Nur so wissen alle Mitarbeiter, wie im Störungsfall zu handeln und welche Ersatzhaltestellen anzufahren sind. Denn grundsätzlich hängt die Anzahl der zu ersetzenden Stationen eines Schienenersatzverkehrs nicht davon ab, wie viele Stationen eingeschränkt sind, sondern wo die Bahnen Wendemöglichkeiten, in Form von sogenannten Kehranlagen oder Weichen, haben. Wenn beispielsweise ein Unfall an der Pelikanstraße die Linien 3, 7 und 9 aufhält, muss ein SEV von der Haltestelle Lortzingstraße bis zur Station Klingerstraße eingerichtet werden, da die Bahnen nur an diesen Stationen ihre Richtung wechseln können. Die üstra Mitarbeiter sprechen dann auch davon, die „Linien zu brechen“, also eine Linie in zwei Teile, vor und hinter dem Unfall, aufzuteilen.

Trotz aller Vorkehrungen und Bemühungen gibt es aber auch bei der üstra Situationen, in denen nichts mehr geht. So legte Blitzeis an Heiligabend 2002 den gesamten Verkehr der üstra lahm, da die Oberleitungen vereist und die Straßen für die Busse zu glatt waren. Stundenlang saßen die üstra Fahrer in den Bahnen und auf den Betriebshöfen fest und warteten darauf, wieder weiterfahren und die Hannoveraner zu ihren Familien bringen zu können. Doch erst in den frühen Morgenstunden des 25. Dezember erlaubte das Wetter der üstra, ihren Betrieb wieder aufzunehmen. Abgesehen von solchen Wetterkatastrophen, vor denen selbst die üstra kapitulieren muss, stehen in Hannovers Nahverkehr jedoch nie alle Räder still. Auch wenn das jedes Mal ein logistischer Kraftakt ist: Der Fahrgast wird ans Ziel gebracht – egal ob Baumaßnahmen oder Unfälle im Weg sind. Und das 365 Tage im Jahr.

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