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Das üstra Herz schlägt schwarz-weiß-grün

Das üstra Herz schlägt schwarz-weiß-grün

Am Samstag startet Hannover 96 in die Rückrunde der Fußball Bundesliga. Bei der üstra aber schlägt das Herz für die Roten auch an den restlichen 364 Tagen im Jahr ein kleines bisschen schneller. Viele unserer Kollegen sind Fans der Roten, fiebern Woche für Woche mit der Mannschaft mit und tragen diese Verbundenheit auch in die üstra hinein.

Einer von Ihnen ist André Eisenblätter. Der gebürtige Hannoveraner, der bei der üstra 1979 seine Ausbildung zum Betriebsschlosser begann und inzwischen die Betriebswerkstatt Döhren leitet, liebt Hannover 96 seit mehr als zwei Jahrzehnten. Jedes zweite Wochenende geht der üstraner ins Stadion und feuert die Mannschaft von der Nordkurve aus an. Das sich diese Leidenschaft auch unter der Woche bemerkbar macht, ist für manch einen Kollegen in der Werkstatt eher Leid als Freud. „Ja“, gibt André Eisenblätter schmunzelnd zu, „wir haben hier auch mit ein paar Bayern Fans zu kämpfen. Aber in meinem Büro regiert 96 und das ist auch gut so“.

André Eisenblätter ist leidenschaftlicher 96 Fan.

André Eisenblätter ist leidenschaftlicher 96 Fan.

Doch nicht nur in Andrés Büro erkennt man, welchem Verein man auf dem Döhrener Betriebshof die Treue hält. So stehen in den Zugzielanzeigern aller abgestellten Bahnen immer „96“ und „Hannover“ als Fahrtrichtung, viele Poster und 96 Aufkleber zieren die Werkstatthallen. Und natürlich kam auch der Werkstatt PKW ohne eine 96 im Kennzeichen für André  nicht in Frage. Wer den 51-Jährigen im Dienst anrufen möchte, muss, wie sollte es anders sein, als letzte Ziffern auch die 96 wählen und das obwohl diese Nummer ursprünglich gar nicht für den Döhrener Betriebshof bestimmt war.

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Die 96 ist in Andrés Werkstatt überall präsent.

Seine Lieblingsgeschichte von Hannover 96 ist dabei auch eine üstra Geschichte. „Vor ein paar Jahren war eine Bahn mit 96- Spielern als Werbung beklebt. Da kamen die Spieler dann zum Fototermin auf den Betriebshof, vor allem auf Jiri Stajner (ehemaliger 96-Spieler, Anm. d. Autorin) hatte ich mich sehr gefreut“, erzählt André. Doch ausgerechnet der war am Tag des Termins krank. Doch sein Lieblingsverein fackelte nicht lange und lud den üstraner ins Stadion zum Meet and Greet mit „Stajni“ ein: „Sein Originaltrikot mit Unterschrift trage ich heute noch gerne, obwohl es etwas groß ist“, freut sich André.

Auch die Bahnen werden auf dem Döhrener Betriebshof zu 96 Fans.

Auf dem Döhrener Betriebshof werden auch die Bahnen zu 96 Fans.

Neben André gibt es auch viele andere Kollegen, die in ihren Büros oder auf den Betriebshöfen die 96-Utensilien stolz präsentieren und viele unserer Fahrer freuen sich, wenn sie, natürlich mit Trikot und Schal, die Fans zum Stadion bringen. Doch an dem speziellsten Ort, an dem die üstra zeigt, wie viel 96 in ihr steckt, hätte selbst André es wohl nicht vermutet. Tief unter dem Hauptbahnhof, versteckt hinter dicken Türen und Wänden, im Verborgenen der „stillen Station“, da hängt es, ein Mannschaftsposter von Hannover 96.  Denn egal ob im Fahrerstand, in der Werkstatt, in der Leitstelle oder dort unten – das üstra Herz schlägt schwarz-weiß-grün.

 

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Die vier apokalyptischen Reiter

Die vier apokalyptischen Reiter

Zu den Aufgaben eines Pressesprechers bei einem Nahverkehrsunternehmen gehört es, allzeit bereit zu sein: Rufbereit. Das Diensthandy wird nie abgestellt oder stummgeschaltet. Es ruht auf dem Nachttisch wie der Hund in seinem Körbchen – immer bereit, den Sprecher aus seinen Träumen zu reißen.

Wer da zu später – oder früher – Stunde anruft, sind keine Journalisten. Der Sprecher ist ein Name auf einer Liste, die die Kollegen in der Betriebsleitstelle abtelefonieren, um die Betreffenden über schwerwiegende Störungen im Betriebsablauf zu informieren. Ursache können technische Defekte sein oder aber oft auch Unfälle.

Als ich 2001 Sprecher der üstra wurde, war Dieter einer der ersten Anrufer aus der Betriebsleitstelle. Er sagte mir damals: „Herr Iwannek, wenn ich Sie anrufe, überbringe ich nie gute Nachrichten. Ich bin einer der vier apokalyptischen Reiter.“ Das habe ich bis heute nicht vergessen. Seit damals ist mein Respekt für die Kollegen in der Betriebsleitstelle noch gewachsen. Ich finde es bewundernswert, wie sie ihren schwierigen Job Tag für Tag und Nacht für Nacht bewältigen. Denn während die vier apokalyptischen Reiter aus der Offenbarung des Johannes den nahenden Weltuntergang ankündigen und Furcht und Schrecken verbreiten, tun die Männer in der Leitstelle eigentlich das Gegenteil: Sie verhindern den täglichen Weltuntergang, bewältigen die drohenden Katastrophen und verbreiten Ruhe und Besonnenheit.

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Ihre Aufgaben sind vielfältig: Sie halten den Funkkontakt mit den Fahrerinnen und Fahrern, die draußen in Bussen und Bahnen ihren Dienst tun, benachrichtigen bei Störungen die Techniker, rufen bei Unfällen Polizei und Feuerwehr herbei, richten Ersatzverkehre mit Bussen ein, wenn Stadtbahnstrecken gesperrt werden müssen, sind ganz Ohr für Fahrgäste, die sich über die Infosäule bei der üstra melden, regeln den Bus- und Stadtbahnverkehr bei Großveranstaltungen wie Messen oder Konzerten, überwachen den Betrieb im Streckennetz auf ihren Monitoren und Schaltbildern und und und…

Bei Ereignissen wie Unfällen, die natürlich völlig ungeplant geschehen, müssen hundert Dinge fast gleichzeitig erledigt werden. Normalerweise ein Grund, in Hektik auszubrechen – aber nicht in der Leitstelle. Wer einmal erlebt hat, wie ruhig, konzentriert und systematisch dort auch schwere Krisen bewältigt werden, kann das nur bewundern. Wobei man die Ruhe nicht mit Gleichgültigkeit verwechseln darf. Jeder Mitarbeiter der Leitstelle kann von Vorfällen und Unfällen erzählen, die ihm unter die Haut gegangen sind. Aber sie alle wissen: Niemandem ist geholfen, wenn in der Leitstelle gebrüllt, geflucht oder geweint wird. Emotionen müssen in diesem Job außen vor bleiben. Zu wissen, dass da immer eine Leitstelle wacht, die weiß, was zu tun ist, gibt jedem bei der üstra ein gutes Gefühl.

Die Leitstelle ist der einzige [Edit. 28.01.2015] ein Arbeitsplatz bei der üstra, der rund um die Uhr besetzt ist. Gearbeitet wird in sechs Teams mit jeweils vier Kollegen. Vielleicht hatte der Kollege Dieter daher die Idee mit den vier apokalyptischen Reitern. Nur eines würde ich gern noch erleben: Dass mich nachts eine weibliche Stimme aus dem Schlaf holt. Denn die Betriebsleitstelle ist eine reine Männergesellschaft. Noch. Da die üstra den Frauenanteil erhöhen will, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Frauen auch diese Festung erobert haben. Mein Traum ist ein reines Frauenteam in der Leitstelle: Die vier apokalyptischen Reiterinnen…

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üstrasches Zahlenchaos – warum die Bahnen so komische Nummern haben

Erst 6000, dann 2000 und nun bald 3000… Die Nummerierung unserer  Bahnen bzw. Triebwagen ergibt für den objektiven Betrachter zunächst wohl absolut keinen Sinn.  Doch wenn man die Geschichte der üstra etwas ausgiebiger durchstöbert, lässt sich dieses Mysterium ganz leicht aufklären.

Alles Begann mit der Nummer 1, denn pragmatischer Weise hat man damals die ersten Wagen tatsächlich einfach nur fortlaufend nummeriert. So gab es etwa den Pferdebus 9, die Pferdebahn 84 oder den Stahlwagen 178. Schnell gelangte man so zu höheren Ziffern in den 200ern und ab dem Jahr 1951 wurde die nächste neue Bauserie der Bahnen direkt mit Wagennummern ab 300 benannt. Allerdings erhielten die Motorwagen (also die, die tatsächlich mit einem Motor ausgestattet waren und die ganze Bahn in Bewegung setzten) und die Beiwagen (die quasi nur die Anhänger waren), zur leichteren Unterscheidung, verschiedene Nummern. Also gab es z.B. Motorwagen mit 300er Zahlen und Beiwagen mit 1300er Nummern.

Bei den nächsten Bauserien galt das gleiche Spiel: neuer Hunderter (400, 500) für neue Motorwagen und die Beiwagen bekamen die Tausender (1400, 1500). Und so wurden die Prototyp der ersten Stadtbahn Hannovers (die erstmals oberirdisch UND im Tunnel fahren konnten) mit einer 600er Seriennummer geliefert. Doch nun stand man bei der üstra vor einem Problem: Bei den 600ern konnten alle Wagen eigenständig fahren, sodass nun jeder Wagen eine hunderter Nummer brauchte. Da man mehr als 99 der grünen Stadtbahnen kaufen wollte, hätte der 100. Wagen plötzlich die Seriennummer 700 erhalten und hätte somit nicht mehr zu seinen Artgenossen gepasst. Und so entschied man sich Hannovers neuer Bahn einfach noch eine weitere Ziffer zu spendieren –  geboren war der TW 6000.

Wer jetzt glaubt, dass man die neuen Bahnen einfach hätte fortlaufend nummerieren können, muss leider eines Besseren belehrt werden. Denn die Ordnungsnummern 7000 (Standardbusse), 8000 (Gelenkbusse) und 9000 (Sonderfahrzeuge) waren bereits anderweitig vergeben. Mit 1000 konnte man jedoch auch nicht weiter machen, denn die früheren Beiwagen liefen ja bereits unter 1000er Nummern. Und so traf es sich, dass 1998, passend zur bevorstehenden EXPO 2000, die neuen Silberpfeile die Nummer 2000 bekamen.

So kann erst jetzt  die nächste Stadtbahn logisch nachvollziehbar weiter nummeriert werden und rollt erstmals im Frühjahr 2015 als TW 3000 durch Hannover. Alle Ungeduldigen können sich also heute schon auf die neuen Stadtbahnen TW 4000 und TW 5000 freuen, und wer weiß, vielleicht können die dann ja auch schon fliegen.

 

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„Rödeln für die Stadtbahn“ – der NDR zu Gast bei der üstra

„Rödeln für die Stadtbahn“ – der NDR zu Gast bei der üstra

Bei der üstra ist kein Tag wie der andere, denn immer wieder kommen unerwartete Herausforderungen auf die Kollegen in der Betriebsleitstelle oder im Fahrdienst zu. Was da so alles passieren kann und wie spontan sich die üstraner zu helfen wissen, zeigte gestern der NDR in der nordreportage „Rödeln für die Stadtbahn„. Wer den Beitrag verpasst hat, kann ihn ab heute in der NDR Mediathek anschauen. Es lohnt sich!

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Frohes Neues Jahr oder auch: Wie ich Neujahr lernte zu trampen

Frohes Neues Jahr oder auch: Wie ich Neujahr lernte zu trampen

„Oh, was löscht denn die Feuerwehr da?“, war einer meiner ersten Sätze den ich im noch jungen 2015 zu meiner Freundin sagte, als wir eingehakt und mit bester Laune zur Haltestelle Dragonerstraße gingen. „Jetzt bleib doch nicht stehen, sonst verpassen wir die Bahn“, lautete ihre charmante aber bestimmte Antwort, schließlich wartet das Nachtleben Hannovers schon auf uns. Glücklicherweise haben wir die Bahn, einen Silberpfeil, noch erwischt und konnten trotz feiernder Hannoveraner sogar noch ein Plätzchen zum Sitzen ergattern. Kurz darauf kam dann die alles verändernde, sehr freundliche aber doch frustrierende Durchsage des Mannes im Fahrerstand: „Die Feuerwehr hat mich gerade über einen Brand informiert. Wir haben wohl keinen Strom mehr. Tut mir leid, aber die Fahrt kann erst mal nicht fortgesetzt werden.“

Mist, und jetzt? Dabei waren wir extra schnell die Treppe runtergehastet, um im silbernen üstra Taxi zur Party in der Stadt weiter zu fahren. Was nun? Die ersten Fahrgäste stiegen aus und versuchten ein „echtes“ Taxi zu ergattern. An Neujahr gestaltet sich dies aber wie die Suche nach dem Topf voll Gold am Ende des Regenbogens – aussichtslos. Da kam meiner Freundin die rettende Idee: „Lass uns doch in die City trampen. Irgendwer wird da schon hinfahren“. Trotz meiner Einwände („zu gefährlich“, „nur wir zwei Frauen“) fand ich mich keine Minute später am Straßenrand wieder und hielt den Daumen raus: eins, zwei, drei, vier, fünf Autos später und keins der Autos hat gehalten. Toll, dachte ich mir, dann vielleicht doch lieber ins Bett. In dem Moment hörte ich meine Freundin rufen: „Komm, der nimmt uns mit.“ Skeptisch aber immer noch in bester Tanzlaune und deshalb todesmutig, kletterte ich in den blauen Kleinwagen, mit einem grauhaarigen aber sehr freundlich guckenden älteren Herren am Steuer. Er könne uns am Hauptbahnhof absetzen, das sei gar kein Problem. Perfekt. Gesagt, getan!

Keine 10 Minuten später standen wir am Hauptbahnhof und verabschiedeten uns von unserem Retter in der Not. Und das völlig unversehrt und noch aufgedreht von unserem waghalsigen und abenteuerlustigen Neujahrstrampen. Aber zurück ging es in den frühen Morgenstunden dann lieber wieder bequem und sicher mit der üstra.

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