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Hannover lieben lernen in 3 Akten

Es war ein milder Tag im März als ich zum ersten Mal den Weg nach Hannover finden sollte. Der Anlass: Mein Vorstellungsgespräch bei der üstra. Als typische Rheinländerin bin ich schon ganz gut rumgekommen, immer im Hinterkopf die rheinische Lebensfreude in die Welt zu transportieren. In die Leinestadt hatte es mich aber noch nie verschlagen. Sowieso erschien mir vorher alles zwischen Pott, Hamburg und Berlin eher wie eine Eiswaffel ohne Eis: leer und langweilig. Wie hätte ich denn wissen können, wie schnell sich so eine Eiswaffel füllen lässt.

Akt 1: Und Sie sind …?

Nach nur wenigen Stunden Verspätung stieg ich leicht verknittert aus meinem Zug. Zum Glück hatte ich genug Zeit eingeplant, da ich vor meinem Termin ausreichend hannoversches Ambiente einsaugen wollte. In Eile schlängelte mich durch die Menschenmassen am Hauptbahnhof, um dann etwas ratlos unter dieser großen Reiterstaue zu stehen. „Wieso stehen hier so viele wartende Menschen? Wie eine Haltestelle sieht das hier nicht aus? Und überhaupt: Wo ist die Haltestelle der Linie 10?“ Ohne zu wissen in welche Richtung, tapste ich langsam über den Ernst-August-Platz und wunderte mich, wer wohl den ganzen Tag in dieser kleinen üstra Box arbeitet. Schon sah ich die grüne 10 an mir vorbeirauschen und erwischte sie noch gerade so. Gestresst kam ich am Hohen Ufer an und traf dort auf meinen ersten Einheimischen: unseren Pförtner. Und schon war das Klischee des verschlossenen und ernsten Hannoveraners dahin. Mit einer Menge Smalltalk schaffte er es, dass ich doch entspannt in das alles verändernde Vorstellungsgespräch gehen konnte.
Anschließend blieb keine große Zeit mich endlich der Landeshauptstadt zu widmen. Der Zug in die Heimat hatte diesmal keine Verspätung. So war mein erster Kontakt mit Hannover also eher ein flüchtiges Zusammenstoßen. Durch die zukünftigen Kollegen, die ich kennenlernen dürfte, blickte ich mich nach dem Aufprall aber doch gerne nochmal um.

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Akt 2: Die ersten Dates

Wenige Tage später erhielt ich dann die Nachricht: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben es geschafft!“ Nach den ersten drei Luftsprüngen realisierte ich dann, dass ich das Rheinland tatsächlich gegen Hannover tauschen würde…verrückt. Bloß nicht zu viel darüber nachdenken, einfach machen! Also stopfte ich mir ein paar Wochen später einen ganzen Tag voll mit Besichtigungsterminen für mein neues Heim. Einen Tag lang ging es im Zick Zack durch ganz Hannover. Natürlich konnte das nur mit der üstra geschehen, schließlich sollte der neue Arbeitgeber auch ordentlich auf die Probe gestellt werden. Als ich endlich das Konzept der Buslinien 100 und 200 verstand, lief es dann auch reibungslos und ich kam zu jedem Termin pünktlich. Ich konnte mir Gegenden ansehen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Dabei war es gar nicht so leicht den Kontrast zwischen Schulenburger Landstraße und Lichtenbergplatz in nur 20 Minuten Fahrtzeit zu verdauen.
Beim ersten vorsichtigen Rantasten kommt es ja aber auch auf die inneren Werte an, also die Hannoveraner selbst. Auch wenn die Grundstimmung dank Nieselregen etwas getrübt war, schwang immer eine Herzlichkeit mit, die ich in anderen Großstädten oft vermisst habe. Denn hier wurde mir der richtige Weg nicht nur erklärt, er wurde gemeinsam gegangen. Hier bekam ich nicht nur spontane Termine mit Vermietern, sondern auch hilfreiche Tipps, für das Leben in der neuen Stadt. Der Großteil der Menschen, die ich hier traf, gab mir das Gefühl nicht nur ein Gast zu sein, sondern ein zukünftiger Hannoveraner und das war kein schlechtes Gefühl.

Akt 3: Die rosarote Brille

Die Zeit raste nur so an mir vorbei und schon stand das große Umzugswochenende bevor. Als wollte mir Hannover ein Einzugsgeschenk machen, funktionierte einfach alles wie geschmiert: Kein Stau auf der Hinfahrt, ein Parkplatz direkt vor der Haustür und eifrige Helfer ohne Rückenprobleme. Und auch der erste Tag als offizielle Hannoveranerin, ließ nichts zu wünschen übrig. Nachdem ich beim Bürgeramt nicht warten musste, sondern vor meinem eigentlich Termin dran kam (wer hat schon einmal von so etwas gehört?), in der Ernst August Galerie noch ein paar Dekorationsartikel kaufte und das letzte Regal aufbaute, war die Zeit endlich reif die Innenstadt zu erkunden. Zum ersten Mal schlenderte ich auf der Georgstraße, betrat die schmalen Gassen der Altstadt und verschaffte mir auf dem Neuen Rathaus einen Überblick. Dabei war ich jedes Mal erstaunt, wie eine Stadt an der einen Ecke so groß und an der nächsten wieder so beschaulich wirken kann. Für mich ist es aber genau dieser Kontrast, der mich immer wieder packt. Bis heute lerne ich jeden Tag Neues über meine Wahlheimat kennen und fühle mich trotzdem wie zu Hause. Oh Hannover, hör nie auf, mich in deinen Bann zu ziehen!

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40 Jahre (U-Bahn) Tunnel in Hannover

Zehn Jahre nur lagen zwischen dem Beginn des U-Bahn-Baus in Hannover 1965 und der Aufnahme des Stadtbahnbetriebs auf einer ersten Tunnel-Teilstrecke. Ein kurzer Überblick über das, was die Stadt buchstäblich Zug um Zug tiefgreifend veränderte.

Am Anfang stand eine Rede. Wie noch so viele weitere Male, wenn ein erster Spatenstich oder erster Rammschlag anstand. Am 16. November 1965 aber war es ein historischer und zugleich besonders weit in die Zukunft weisender Anlass, der der die Menschen nahe des Waterlooplatzes zusammenkommen ließ. Hannover bekommt eine U-Bahn. Gut, zunächst sollte Hannover ziemlich viele Baustellen bekommen. Eine Stadt ändert ihr Gesicht – das stieß nicht überall auf Begeisterung. Nicht zu vergessen: Das Ende des Zweiten Weltkrieges mit seinen das Herz Hannovers fast auslöschenden Zerstörungen lag beim Start des U-Bahn-Baus erst gut 20 Jahre zurück, der Wiederaufbau war im Wesentlichen gerade abgeschlossen. Und nun sollte es im Herbst 1965 wieder losgehen mit dem Gewühle, mittendrin am Kröpcke und auch in engen Bereichen mit geretteten Altbauten wie an der Markthalle oder der damaligen Celler Straße, die seit Eröffnung der U-Bahn Richtung Buchholz 1976 „Lister Meile“ heißt.

Hannovers Innenstadt wurde untertunnelt, so auch der Hauptbahnhof.

Am 23. Juni 1965 war der Ratsbeschluss „zur Verbesserung des Gesamtverkehrs und zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt Hannover eine U-Bahn zu bauen“ gefallen. Keine fünf Monate später ging es schon los, am Waterlooplatz, Ecke Gustav-Bratke-Allee. Nach kurzer Zeit war dennoch gleich wieder Schluss mit dem U-Bahn-Bau. Der Grund wirkt zunächst ein wenig typisch hannoversch: Es fehlte am nötigen Geld für den Bau. Tatsächlich änderte sich schon bald die Gesetzgebung, bundesweit. Ohne das „Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz“ (GVFG) hätte es so manche Verbesserung im Nahverkehr nie gegeben.

Fortschritt, das war stets ein Begleiter der „U-Bahn“ in Hannover, die als Stadtbahnsystem bei Experten weltweit Furore machte. Es sprach sich herum, dass man den Verkehr der Zukunft in Hannover trefflch erleben könne, in der „Stadtbahnstadt“. Die ebenso konsequente wie logische, abschnittweise Umstellung von Straßenbahn- auf Tunnelbetrieb, die kreuzungsfreien Anschlussstrecken, die Technik von Tunnel und Triebwagen standen im Fokus, auch sprunghaft steigende Fahrgastzahlen und die Neuordnung des Verkehrsraumes. Hier geschah alles mit Weitblick. Da war es dann auch kein Problem mehr, nach dem Zuschlag als Ausrichterstadt der Weltausstellung EXPO 2000 das Stadtbahnnetz passend zu ergänzen. Und auch danach war mit dem Um- und Ausbau des Netzes nicht Schluss. Nun wurde die erste Stadtbahnstrecke A runderneuert, erweitert und als erste vollständig barrierefrei. Jetzt fahren hier die neuen Stadtbahnwagen TW 3000 zuerst – ein Kreis schließt sich.

Zur EXPO 2000 wurde das Streckennetz ergänzt.

Einst, im September 1975, war an drei Tagen die Stadt aus dem Häuschen: Hannover fährt U-Bahn! Am Freitag, 26. September, wurde der Tunnelbetrieb aufgenommen, zunächst nur zwischen Hauptbahnhof und Goetheplatz. Ab Sonntag, 28. September 1975 fuhr die neue Linie 12 dann zwischen Hauptbahnhof und Oberricklingen, erst einmal parallel zu den Straßenbahnlinien  7, 14 sowie einigen Verstärkern in der Hauptverkehrszeit.

Der Erfolg blieb nicht aus, die Fahrgastzahlen stiegen teilweise sprunghaft an, ungeahnter Andrang stellte sich ein. Schon 1983 wurden (zur Messe) Dreiwagenzüge gefahren, ab 1998 sogar 100 Meter lange Vierwagenzüge. Heute sind 75-Meter-Züge aus drei „Silbernen“ bereits auf vier Linien – plus drei weiteren im Messeverkehr – ganz normal. Und wirklich niemand mag sich vorstellen, wie dieser Betrieb, diese Fahrgastzahlen ohne die vor mehr als 50 Jahren so nachhaltig geplanten und gebauten Tunnelanlagen auch nur annähernd bewältigt werden könnten. Sechs Bahnsteige und rund um die Uhr zehn Stadtbahnlinien am Kröpcke, manchmal mehr – und darüber Bäume und urbanes Leben, Schorsenbummel, Schützenausmarsch oder Weihnachtsmarkt. Hannover ist mit der Stadtbahn sichtlich grüner geworden.Viel geschah in diesen 40, 50 Jahren: Auf der noch 1974 zur Stillegung vorgesehenen langen Strecke nach Sarstedt fährt seit 1982 die Stadtbahnlinie 1 – größer kann ein Entwicklungssprung kaum sein. In alle Himmelsrichtungen wuchs das Netz, mal um eine Station (Mühlenberg 1977), mal um viele Kilometer (Bemerode, Altwarmbüchen, Misburg), mal bis in Nachbarstädte (Garbsen, Langenhagen) hinein. 1965 umfasste das Straßenbahnnetz 87 Kilometer, aktuell sind es 123,5 km (Gleislänge 253 km). Dazwischen wurde 30 Mal Streckeneröffnung gefeiert.

Erinnert sei auch daran: 1981 demonstrierten erstmals Rollstuhlfahrer bei einer Streckeneröffnung – es gab nämlich viel zu wenig Aufzüge und nur eine Handvoll Hochbahnsteige. Längst aber erwarten auch in der persönlichen Mobilität eingeschränkte Menschen ihre Stadtbahn mit Vorfreude, wie zuletzt in Misburg, denn mit ihr kommt mehr Selbstständigkeit. Der Alltag kann erheblich leichter werden.

Vor 10 Jahren wurde der 30. Geburtstag des Tunnels bereits mit einer Sonderfahrt der Linie 12 gefeiert.

Die oben beschriebene Liniennummer 12 war nur bei einer Tunnelstrecken-Inbetriebnahme dabei, eben der ersten 1975. Schon mit Eröffnung der zweiten Teilstecke am 4. April 1976 gab es die „12“ nicht mehr, und das hat sich bis heute nicht geändert. Irgendwie ist die historische Nummer für alle anderen Aufgaben tabu, sie hatte nur interne Bedeutung und fand sich seither auf keinem Netzplan. Für Fahrgäste rollt die geradezu legendäre „12“ dennoch zu ganz besonderen Anlässen, in diesem Jahrtausend jetzt zum zweiten Mal: 2005, als „30 Jahre Tunnelbetrieb“ gefeiert wurden, kehrte die „12“ für einen Tag auf ihre Strecke zurück. Das wird auch am Samstag, 26. September 2015, so sein, wenn der Förderverein Straßenbahn Hannover e.V. – er betreut die historischen Bahnen – und die üstra mit der Sonderlinie 12 Hauptbahnhof (U-Station) – Schwarzer Bär – Wallensteinstraße gemeinsam an nunmehr „40 Jahre Tunnelbetrieb“ erinnern.

Spannende Hintergrundgeschichten wie diese finden Sie auch in unserem Magazin üstraPROFIL

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Vom Warten und von Grabsteinen

Ich bin ein großer Fan von Kleinoden. Sie wissen, was Kleinode sind? Nein? Es ist ein altes deutsches Wort für „Schmuckstück“ oder auch „Kostbarkeit“. Von so einer Kostbarkeit möchte ich hier erzählen. Sicher, auf den ersten Blick ist es nichts Besonderes, doch für mich ist es das. Viele hundert Leute gehen oder fahren heute an einem bestimmten Häuschen im Südwesten Hannovers vorbei, ohne zu wissen, was es früher einmal war. Doch warum ist das Häuschen so interessant? Das kann ich Ihnen sagen.

Seit frühester Kindheit bin ich begeisterter Straßen- und Stadtbahnfan. Zum Fan-Sein zählt natürlich auch, dass ich mich mit der Geschichte der üstra beschäftige. Eines Tages wollte ich einmal wissen, was es noch so gibt von der „alten“ ÜSTRA (ja, früher wurde das noch groß geschrieben). Was man z.B. noch im Stadtbild sehen kann. Da dachte ich mir, guck dir doch mal den Endpunkt Landwehrschänke an. Na, suchen Sie jetzt irritiert auf dem Stadtbahn-Liniennetzplan danach? Ich kann Sie beruhigen, die Straßenbahnstrecke dorthin gibt es heute nicht mehr. Sie führte ab der heutigen Haltestelle Beekestraße der Stadtbahnlinien 3, 7 und 17 über den Kreipeweg, die Straße An den Eichhölzern, den Mühlenholzweg direkt am Ricklinger Holz vorbei und dann weiter auf einem eigens angelegten Damm zur Landwehrschänke. Zwischendurch wurden noch die Haltestellen Ricklinger Turm bzw. Monikaheim und Schwarzer Weg bedient. Aber zurück zum Endpunkt Landwehrschänke.

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1948 wurde das Wartehäuschen errichtet.

Als der zweite Weltkrieg vorbei war, wurden viele der Kriegstrümmer zum Aufbau von neuen Gebäuden wiederverwendet. Das berühmteste Beispiel dafür in Hannover war das 1954 eröffnete Niedersachsenstadion, aber auch „mein“ Häuschen wurde daraus errichtet, denn 1948 und 1949 baute die ÜSTRA mehrere kleinere, aber auch größere Wartehallen. An der Landwehrschänke durfte es dann die größere Variante sein, schließlich war es ja ein Endpunkt. Außerdem muss man wissen, dass die Strecke auch viele Fahrgäste aus Hemmingen hatte, die bis zu dem Endpunkt gelaufen sind. Heute unvorstellbar, steigt man doch einfach in den Bus in Richtung Hannover, vielleicht noch mit Umstieg an der Wallensteinstraße.

Damals aber war an die Busverbindung (mit Ausnahme der dort selten verkehrenden Postbusse) noch nicht zu denken. Und so waren viele Leute sicherlich froh, wenn sie nach gut einem Kilometer Fußweg ein kleines Häuschen erspähten, an dem in großen Lettern „STRASSENBAHN WARTERAUM“ prangte. Wenn die Linie 7, die damals dort nur alle 12 Minuten in Richtung Fasanenkrug abfuhr, gerade weg war, konnte man im wohlgeheizten Warteraum Platz nehmen bis die nächste 7 in der Wendeschleife vor dem Häuschen hielt, mit der man dann in die Stadt fuhr.

1948_Straßenbahn Warteraum Landwehrschänke_7_üstra-Archiv

In diesem windgeschützten Raum konnten die Fahrgäste damals warten.

Doch die ÜSTRA zeigte beim Bau des Warteraums Geschäftssinn: Wenn man schon ein Häuschen errichtet, warum nicht gleich auch einen Teil davon einem möglichen Mieter zur Verfügung stellen? So geschah es dann auch. Ein Steinmetzbetrieb biss an und schnappte sich die kleinen Geschäftsräume auf der Seite, die der Göttinger Chaussee zugewandt ist. Seit diesem Zeitpunkt hatte man die Wahl: Skulpturen und Grabsteine auf der einen, Warten auf der anderen Seite.

Lange konnte man jedoch nicht zwischen diesen Alternativen wählen, da die einsetzende Massenmotorisierung ihren Tribut forderte. Während es nach dem Krieg überhaupt keine Frage war, welches Transportmittel man für die Fahrt in die Stadt nutzte (natürlich die Straßenbahn), ging durch die kostengünstigen Kleinwagen wie Käfer, Ente und Co. der Trend weg vom öffentlichen Verkehr und hin zum Individualverkehr. Das blieb für die Strecke zur Landwehrschänke natürlich nicht ohne Folgen, weil die Strecke sehr stark abseits der Verkehrsströme lag und an der Grenze zum Ricklinger Holz immer schon wenig Fahrgäste zustiegen. So musste das Wartehäuschen dann mit ansehen, wie der letzte Straßenbahnzug der Linie 7 am 27. März 1955 zum Abschied leise Servus sagte, denn ab dem Folgetag fuhr die Bahn nur noch bis zur Beekestraße. Die Zeit als Warteraum für Fahrgäste war nun leider endgültig vorbei, auch wenn auf der anderen Seite – an der Göttinger Chaussee – die „Gummireifen-Straßenbahn“ mit der neu eingerichteten Buslinie W vorbeifuhr. Bis heute wird das kleine Häuschen, inklusive der ehemaligen Warteräume, vom Steinmetzbetrieb genutzt.

Warteraum 2

So sieht das Wartehäuschen heute aus.

Jetzt, im Jahr 2015, erfährt die direkte Umgebung des Häuschens eine radikale Kur. Während alle Gebäude, die in direkter Nachbarschaft liegen, für den Ausbau der Bundesstraße 3 abgerissen werden, steht der ehemalige Warteraum immer noch dort – wie ein Fels in der Brandung. Wenn die Arbeiten zur neuen B3-Umgehung abgeschlossen sind, wird auf der Göttinger Chaussee mit dem Bau einer neuen Stadtbahnstrecke begonnen, die dann bis Hemmingen führen wird. Vielleicht kann „mein“ Häuschen so noch einmal von einem schicken, neuen TW 3000 beim Vorbeifahren gegrüßt werden. Zu wünschen wäre es ihm.

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Hannovers größte Waschmaschinen

Feinstaub, Schneematsch, Regen, Laub – unsere Stadtbahnen- und Busse sind das ganze Jahr über sehr vielen Schmutzquellen ausgesetzt. Damit sie trotzdem immer eine gute und vor allem saubere Figur machen, fahren unsere Werkstattmitarbeiter die Fahrzeuge regelmäßig in eine unserer fünf Waschanlagen auf den Betriebshöfen.

In der Waschanlage auf dem Betriebshof Leinhausen geht es dem Schutz an den Kragen.

In der Waschanlage auf dem Betriebshof Leinhausen geht es dem Schutz an den Kragen.

Doch bevor es für die Bahn nass wird, muss der Strom abgestellt werden. Denn erst wenn die Batterie ausgeschaltet ist und keine Elektrizität mehr durch den Stromabnehmer fließt, kann die Waschanlage gestartet werden (Wasser und Strom vertragen sich ja bekanntermaßen nicht allzu gut). Wer schon einmal sein Auto in die Waschanlage gefahren hat, weiß auch, wie wichtig der zweite Schritt ist: Türen und Fenster müssen verschlossen sein, damit am Ende nicht auch der Innenraum unfreiwillig mit gewaschen wird. Welches Programm dann gestartet wird, hängt immer von der Verschmutzung und dem Stadtbahntyp ab. So gibt es – fast wie bei einer Waschmaschine – ein Kurzprogramm, die Normalwäsche und eine Intensivreinigung. Und da es wie bei unserer Kleidung auch einen Unterschied macht, ob man Bettwäsche oder Blusen wäscht, bekommt auch jeder Stadtbahntyp sein ganz eigenes (Verwöhn-)Programm.

Ein Mitarbeiter wählt das Waschprogramm für die Bahn aus.

Ein Mitarbeiter wählt das Waschprogramm für die Bahn aus.

Unsere Busse sind übrigens was die Fahrzeugpflege angeht deutlich weniger anspruchsvoll. Sie können alle mit ein und demselben Programm gewaschen werden, dafür müssen sie aber auch viel häufiger in den Waschanlagen antreten als die Bahnen. Besonders im Herbst und Winter haben die Busse das Nachsehen. Während nämlich die Bahnen in eigenen Gleisbetten fahren und von Rollsplit, Laub und Spritzwasser weitestgehend verschont bleiben, kommen die Busse abends oft ziemlich dreckig nach Hause. Zum Vergleich: Während es unsere rund 290 Stadtbahnwagen zusammen auf ca. 9.000 Wäschen im Jahr bringen, brauchen die knapp 130 Busse etwa 27.000 Waschgänge pro Jahr.

Busse müssen 3 Mal häufiger gewaschen werden als Bahnen.

Da bei so vielen Waschgängen jede Menge Wasser benötigt wird, „recycelt“ die üstra das Waschwasser in sogenannten Wasseraufbereitungsanlagen. Dort wird das benutzte Wasser von  Dreck und Schmutz getrennt und kann in der nächste Wäsche wiederverwendet werden. Außerdem macht sich die üstra den – in unseren Breitengraden leider recht häufig fallenden – Regen zu Nutze, indem für das Waschen der Fahrzeuge überwiegend Regenwasser eingesetzt wird. Gewaschen werden die Fahrzeuge übrigens vor allem nachts oder an den Wochenenden, da sie unter der Woche ja im Einsatz sind.

Wenn Sie unsere Fahrzeuge nun einmal in die Waschanlage begleiten wollen, haben wir hier genau das richtige Video für Sie:

 

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Zur Schule mit Bus und Bahn

Für die Großen hat das neue Schuljahr schon am Donnerstag begonnen, aber ab Montag kommen auch die ganz „Kleinen“ – nämlich die Erstklässler – dazu. Auch sie legen ihren Schulweg schon mit unseren Bussen und Bahnen zurück. Am Anfang wahrscheinlich noch mit den Eltern oder älteren Geschwistern, später dann vielleicht auch schon allein. Deshalb haben wir ein paar Tipps, wie der Schulweg mit Bus und Bahn von Anfang an gut klappt:

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(1) Rechtzeitig von zuhause losgehen, damit ihr am Ende keine Eile habt und dann auch der Bahn nicht hinterher rennen müsst. Am besten hast du den Schulweg mit deinen Eltern oder größeren Geschwistern vorher schon mehrmals geübt: An welcher Haltestelle musst du aussteigen? Wo geht es dann lang konkret zur Schule?

(2) Denkt an euer Ticket! Wenn ihr mehr als 2 km von eurer Schule entfernt wohnt, erhaltet ihr eine SchulCard. (Genaue Infos findet ihr dazu hier.)

(3) Immer gucken, wenn ihr über die Straße geht oder die Schienen überquert, denn manchmal hört man zwar nichts, aber die Bahn kann trotzdem schon ganz nah dran sein. Besondere Vorsicht an BAHNÜBERGÄNGEN.

(4) Vorsicht an der Bahnsteigkante! Am besten bleibt ihr bis die Bahn wirklich gehalten hat, hinter der „weißen“ Linie stehen. Diese hilft nicht nur sehbehinderten Menschen sich zu orientieren, sondern bietet einen sicheren Abstand zur heranfahrenden Bahn.

(5) Nicht drängeln und schubsen – weder auf dem Bahnsteig oder der Haltestelle, noch später im Fahrzeug!

(6) Wenn es einen freien Platz gibt am besten immer hinsetzen! Sollte das nicht gehen, dann aber richtig gut festhalten. Es kann schließlich immer mal dazu kommen, dass die Bahn oder der Bus mal abrupt bremsen muss.

(7) Falls ihr unsicher seid, Fragen habt oder es einen Notfall gibt: Sprecht den Fahrer an!

(8) Denkt an eure Rucksäcke, Turnbeutel und/ oder Jacken. Im Zweifel landet es später zwar im üstra Fundbüro, aber bis ihr es dort abgeholt habt, habt ihr eben keinen Turnbeutel.

(9) Besondere Vorsicht gilt auch beim Aussteigen: Achtet besonders auf Autos und Radfahrer! Nicht alle Autofahrer erinnern sich an die Vorschrift, an haltenden Bussen mit Warnblicklicht nur Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Am besten überquert ihr die Straßen erst, wenn der Bus oder die Bahn abgefahren ist.

Wir wünschen euch jedenfalls einen super Start in diesen tollen neuen Lebensabschnitt und freuen uns, ein Teil eures Schulalltags zu sein.

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