Von Sand und Schienen - Eine HassLiebe
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Von Sand und Schienen – Eine HassLiebe

490,9 Kilometer Schienen liegen derzeit im üstra Netz. Sie werden nicht nur täglich von unseren Stadtbahnen befahren, sondern auch von Sonderfahrzeugen. Sie sorgen unter anderem dafür, dass die Schienen mit ihrem bestem Freund und zugleich größtem Feind gut auskommen.

Stadtbahnen fahren Stahl auf Stahl. Dabei berührt das Rad die Schiene nicht auf ihrer ganzen Breite, sondern nur an einem Punkt. Im Vergleich zu Autoreifen und Asphalt ist dadurch bei der Bahn die Haftreibung viel geringer. Das spart Energie beim Anfahren, verlängert aber auch den Bremsweg. Im Vergleich zum Auto braucht eine Stadtbahn 2,5 mal so lange, um zum Stehen zu kommen. Doch grade bei einer spontanen starken Bremsung oder rutschigen Schienen ist ein schnelles Anhalten wichtig. Deshalb kommt hier ein Helfer zum Einsatz, der die Pflege der Schienen so notwendig macht: Der Bremssand.

Vor der ersten und der vorletzten Achse eines Stadtbahnfahrzeugs befinden sich Rohre, die den grobkörnigen Sand auf die Schiene streuen. Fahren nun die Räder darüber, wird der Sand gemahlen und erhöht so die Haftreibung. Ähnlich machen wir es ja bei Glatteis, wenn wir Sand auf dem Boden verteilen. Das Kommando „Sandstreuen“ kann per Knopfdruck vom Fahrer selbst ausgeführt werden oder automatisch durch den Gleit-und Schleuderschutz. Dadurch merkt die Bahn an einer abnormalen Drehbewegung der Räder, dass es rutschig auf den Schienen ist und streut direkt Sand, um das Problem zu beheben. Damit der auch nie ausgeht, befüllen die Betriebshofwerkstätten die Bahnen jeden Abend mit neuem Sand.

Im Herbst ist der Gleit- und Schleuderschutz ganz besonders gefragt. Durch das fallende Laub entsteht auf den Schienen einen Schmierfilm. Da muss natürlich eine Menge Sand gegenhalten. Sammelt sich jedoch zu viel davon im Gleisbett, ergeben sich mehrere Probleme. Zwischen der Schiene und ihrer Verankerung im Boden ist ein elastisches Bauteil verarbeitet, dass die Schwingungen der Bahn abfängt und so Lärm und Erschütterungen vermeidet. Große Mengen Sand können die Elastizität mindern und das Bauteil muss, wenn es spröde geworden ist, ausgetauscht werden. Im Sand sammelt sich zudem Feuchtigkeit. Schiene, Schwellen und die dazugehörigen Befestigungen liegen immer im Feuchten, fangen an zu Faulen oder zu Rosten. Zu viel Sand kann also zu langen und aufwändigen Baumaßnahmen führen und sogar den Betrieb für eine gewisse Zeit lahmlegen.

Der Schienenschleifwagen behandelt die Oberfläche der Schienen ...

Der Schienenschleifwagen behandelt die Oberfläche der Schienen … (Foto: Richard Strauß)

Die üstra Schienenpfleger sind deshalb Tag und Nacht unterwegs. Mit dem Schleifwagen sorgen die Kollegen dafür, dass auf der Oberfläche der Schienen keine Rückstände sind, die die Fahrt ruckelig machen könnten. Da der Schleifwagen ein kurzer TW 6000 ohne Fenster ist, kann er tagsüber einfach zwischen zwei Bahnen fahren und seine Arbeit verrichten. In nur zwei bis drei Schichten können die Schienenpfleger das gesamte Netz abfahren und verbrauchen dabei einen kompletten Satz Schleifsteine.

... der Schienenreiniger säubert alles rund um die Schiene.

… der Schienenreiniger säubert alles rund um die Schiene. (Foto: Richard Strauß)

Das zweite wichtige Sonderfahrzeug für die Schienenpflege ist der Schienenreiniger, ein Riesenstaubsauger, der die Schienenrillen vom Sand befreit. Der Reiniger ist ein Zweiwegefahrzeug, kann also auf der Straße und auch auf der Schiene fahren, was er auch muss um die Stadtbahnen nicht zu behindern. Da er mit nur 10 Stundenkilometern die Schienen sehr gründlich reinigt, kann er nicht im laufenden Verkehr mitfahren. Nähert sich von hinten eine Bahn, muss der Reiniger die Gleise verlassen, die Bahn vorbeilassen und kann anschließend erst wieder sein Werk verrichten. Auf dichtbefahrenen Strecken wie zum Beispiel der Podbi, wo alle drei Minuten eine Stadtbahn kommt, wäre der Schienenreiniger so nur damit beschäftigt ein- und wieder auszugleisen. Auf diesen Strecken kann nur effektiv gereinigt werden, wenn weniger Bahnen unterwegs sind, also nachts. Dank dieser Sonderfahrzeuge und den Schienenpflegern können die üstra Bahnen sicher und schnell zu ihrem Ziel kommen.

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