Ich packe meinen Koffer und nehme den TW 601 mit
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Ich packe meinen Koffer und nehme den TW 601 mit

Der TW 601, Prototyp unserer Stadtbahnen, ist unterwegs. Am frühen Mittwochmorgen, um 6 Uhr deutscher Zeit, fuhr er auf einem extra langen LKW in Edmonton vom Hof. Doch ehe er seine Heimreise antreten konnte, musste der rot-weiße Wagen noch einige Hindernisse überwinden. Denn ganz so einfach lässt sich so eine Stadtbahn dann doch nicht in den Koffer packen.

Unter Beisein vieler Mitglieder des kanadischen Straßenbahnvereins, der Edmonton Radial Railway Society (ERRS), die zum Abschied gekommen waren, sollte der Wagen zunächst von einer anderen Straßenbahn aus der Halle gezogen und später über eine Rampe auf den LKW gebracht werden. Doch schnell stellte der LKW-Fahrer fest, dass dies nicht ohne Weiteres möglich sein würde.

Übrigens: Der Stromabnehmer des 601 wurde vor dem Verladen abmontiert, damit er unter Brücken und Bäumen nicht hängen bleibt. Deshalb musste ihn eine andere Bahn aus der Halle ziehen.

Denn der Untergrund neben den Schienen war uneben, und so würde er sein Fahrzeug dort nicht gerade hinstellen können. Also musste zunächst Holz bestellt werden, welches dann von den fleißigen ERRS-Mitgliedern und den Mitarbeitern der Transportfirma, Kühne&Nagel, verlegt wurde. Allerdings konnte es dann immer noch nicht losgehen – offenbar hatte niemand daran gedacht, dass so eine Rampe auch verlegt werden muss. Also griffen die Kanadier zum zweiten Mal an diesem Tag zum Hörer und orderten einen Gabelstapler, der stark genug ist, die Rampe vom Laster auf die Schienen zu heben. Da so ein Fahrzeug aber nicht einfach in Nachbars Garage steht, verzögerte sich das Verladen erneut um einige Stunden. Als der Stapler schließlich auf dem Gelände der ERRS ankam, wurde erneut mit vereinten Kräften angepackt und die Rampe millimetergenau auf die Schienen gelegt. Immer wieder kamen auch lokale Fernsehsender vorbei, um über diese außergewöhnliche Bahn-Geschichte zu berichten. Als der Stapler schließlich auf dem Gelände der ERRS ankam, wurde erneut mit vereinten Kräften angepackt und die Rampe millimetergenau auf die Schienen gelegt. Immer wieder kamen auch lokale Fernsehsender vorbei, um über diese außergewöhnliche Bahn-Geschichte zu berichten.

Mit Einsetzen der Dämmerung konnte es dann endlich losgehen: Der TW 601 wurde fast wie in Zeitlupe auf den Truck gezogen, damit er nicht beim Verladen umkippt. Anschließend wurde er mit vielen Ketten gesichert, damit er die weite Landstrecke bis zum Hafen in Baltimore (USA) unbeschadet übersteht.

Um 22 Uhr kanadischer Zeit, nach 15 Stunden aufwendiger Verladung, hieß es für die ERRS-Mitglieder dann wirklich Abschied nehmen – der 601 rollte ein letztes Mal von ihrem Hof und ist nun auf dem Weg zu uns nach Hannover.

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