Zehn Gründe, warum Verspätungen uns ärgern
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Zehn Gründe, warum Verspätungen uns ärgern

Hier mal eine Minute, da mal drei Minuten – Verspätungen, egal wie lang, sind ärgerlich und manchmal sogar richtig frustrierend. Nicht nur für unsere Fahrgäste! Denn auch wir könnten auf solche Verzögerungen gut und gerne verzichten. Hier lest ihr 10 Gründe, warum Verspätungen uns ärgern.

1. Zufrieden aussteigen

Ein dringender Termin, die Flucht vor dem Dauerregen, die wartende Freundin oder einfach der wohlverdiente Feierabend – es gibt viele Gründe, warum man pünktlich und entspannt in den Bus oder die Bahn steigen will. Halten die Linien dann nicht den Fahrplan ein, fühlen sich Sekunden häufig wie Stunden oder Minuten schnell wie ganzer Tag an. Wenn man dann auch noch einen Anschluss oder einen Termin verpasst, sind Frust und Ärger meist vorprogrammiert. Da wir uns zufriedene Fahrgäste wünschen, mögen wir Verspätungen selber nicht.

2. Die ÜSTRA kommt immer zu spät?!

„Die ÜSTRA kommt doch sowieso immer zu spät!“, „War ja klar, dass ich meinen Anschluss verpasse!“, „Wo bleibt denn der Bus, der sollte schon vor zehn Minuten fahren?“, „Wieso fährt hier schon seit neun Minuten keine Bahn mehr?“ – Verspätungen führen dazu, dass Fahrgäste sauer sind  (siehe zufrieden aussteigen) und ihrem Frust freien Lauf lassen. Das ist menschlich, aber unsere Kolleginnen und Kollegen im Fahrdienst, die jeden Tag alles dafür geben pünktlich zu sein, bekommen den Frust oft leider eins zu eins zu spüren. Da wir lieber Teil schöner Gespräche wären, mögen wir Verspätungen selber nicht.

3. Innere Konflikte

Der Bus auf der Linie 121 kommt 11 Minuten zu spät an seinem Ziel an, weil in der Südstadt mal wieder alles verstopft war. Die Linie 3 erreicht den Endpunkt Wettbergen stark verspätet, weil ein Baum in die Oberleitungen gefallen ist. Damit die beiden Linien in die andere Richtung nicht schon mit neuem Verzug starten, müssten sie eigentlich sofort wieder los. Aber was ist eigentlich mit den Fahrern? Was, wenn sie mal auf Toilette müssen? Sie leben oft mit dem Konflikt: Aufs Klo gehen oder lieber pünktlich losfahren – das ist anstrengend und unbefriedigend. Da wir unseren Kollegen entspannte Wendezeiten wünschen, mögen wir Verspätungen selber nicht.

Ein umgefallener Baum in der Oberleitung oder ein Auto in den Gleisen und schon entsteht Verspätung.

4. Die Tür stört

Zugegeben: Für manche Verspätungen sind wir selbst verantwortlich. Hier schließt die Tür nicht mehr richtig, da macht der Motor schlapp. Niemand, und das soll hier nochmal betont werden, wirklich niemand nimmt solche Ursachen gerne in Kauf. Wir treten jeden Tag mit dem Ziel an, die Menschen in Hannover reibungslos an ihr Ziel zu bringen. Selbst wenn uns das zu 99 Prozent gelingt, stört uns das eine Prozent, bei dem es noch hakt und wir arbeiten emsig daran, auch diese letzten Fehler zu beheben. Da wir zu 100% zuverlässig sein wollen, mögen wir Verspätungen selber nicht.

5. Wir bringen Hannover (pünktlich) nach morgen

Wir sind Hannovers Mobilitätsdienstleisterin. Wir gehören zu Hannover, wie die Eilenriede oder der Maschsee. Wir stellen uns zukunftssicher auf – sei es bei den Fahrzeugen, bei den Mitarbeitern oder in Puncto Digitalisierung. Was wir nicht sein wollen, ist verspätet. Denn das widerspricht unserem eigenen Anspruch, an 365 Tagen im Jahr einen guten und zuverlässigen ÖPNV anzubieten. Da wir viel mehr sind als „nur zu spät“, mögen wir Verspätungen selber nicht.

Auf der Buslinie 100 bedeuten 9 Minuten Verspätung, dass der nächste Bus direkt dahinter fährt. Unsere Fahrer sind sich der Verspätung die ganze Zeit bewusst – auch für sie sehr frustrierend.

6. Die zweite Seite der Medaille

Feierabend. Nachdem der Bus auf dem Betriebshof in Vahrenwald abgestellt ist, geht’s noch schnell mit der Bahn nach Langenhagen. Doch der Blick auf die Anzeige verrät nichts Gutes: Verspätung! Anderes Beispiel: Sonntagnachmittag. Oma hat zum Kuchenessen eingeladen. Doch die Linie 134 des Kollegen taucht einfach nicht auf. Auch unsere 2.086 Mitarbeiter sind oft als Fahrgäste unterwegs und kennen diese Situationen. Obwohl sie um die vielen möglichen (oft unverschuldeten) Gründe für Verspätungen wissen, haben sie auch keine Lust zu warten.  Da wir auch als Fahrgäste gerne pünktlich sein wollen, mögen wir Verspätungen selber nicht.

7. Was kostet die (Um-)Welt

Ein Bus der im Stau nur mit Stop and Go vorankommt, verbraucht mehr Sprit als nötig. Oder im Falle unserer Elektrobusse, mehr Strom als geplant. Beides verursacht Kosten, die den öffentlichen Nahverkehr auf Dauer teurer machen. Der Umwelt wird damit, trotz modernster Hybridtechnologien und Öko-Strom, ebenfalls kein Gefallen getan. Da wir gerne umweltschonend und kosteneffizient unterwegs sind, mögen wir Verspätungen selber nicht.

Die Kollegen in der Leitstelle sorgen bei Störungen für den richtigen Takt.

8. Aus dem Takt

Ein langsamer Müllwagen auf einer einspurigen Straße, Feierabendverkehr, Baustellen, ein Auto auf den Gleisen – in den meisten Fällen sind wir selbst quasi „Opfer“, die die Verspätungen ausbaden müssen (siehe „Innere Konflikte“). Das verärgert unsere Fahrgäste, stresst die Fahrer und stellt zum Teil unsere Betriebsabläufe auf den Kopf. Die Linien und Dienstpläne sind aufeinander abgestimmt und minutiös durchgetaktet. Wenn ein Fahrer in einem verspäteten Fahrzeug unterwegs ist, kann dieses Gebilde sehr leicht durcheinander geraten. Die Fahrgäste bekommen dies meist nicht mit – für unsere Kollegen in der Leitstelle ist es jedoch eine Herausforderung, alle Kollegen wieder plangerecht einzureihen. Da wir gerne im richtigen Takt sind, mögen wir Verspätungen selber nicht.

9. Kuschelige Verspätung

16 Uhr – Rush Hour für unsere Bahnen und Busse. Gefühlt will die ganze Stadt auf dem schnellsten Weg nach Hause. Das führt dazu, dass die Fahrzeuge schnell gefüllt sind. Je mehr Menschen ein- und aussteigen, desto länger stehen Bus und Bahn an der Haltestelle. Und zack, so entstehen Verspätungen. Bei Bahnen kann das insbesondere in der Innenstadt zu Rückstau führen – und zu richtig vollen Bahnen. Denn natürlich wollen alle Leute mit der ersten Bahn fahren – diese wird also immer voller und braucht länger, um abzufahren. Die deutlich leereren Fahrzeuge dahinter stehen im Stau. Bei Bussen passiert es manchmal sogar, dass der hintere Bus seinen stark verspäteten und gut gefüllten Vordermann überholt (siehe „Aus dem Takt“). Im verspäteten Bus sind sich die Menschen also kuschelig nah, während der zweite das Desaster halbleer mitansehen muss. Da wir jedem Fahrgast viel Platz gönnen, mögen wir Verspätungen selber nicht.

 10. Wenn’s mal wieder länger dauert

Feierabendverkehr, Baustellen, Störungen – Verspätungen können vielfältige Ursachen haben. Dabei sind es aber nicht nur die Fahrzeuge oder Linien, sondern auch unsere Fahrer. Was also, wenn der Fahrer eines stark verspäteten Busses eigentlich längst Feierabend hätte? Vielleicht muss er seine Kinder dringend aus der Kita abholen oder noch einen lang geplanten Arzttermin wahrnehmen. Solche Verzögerungen führen für unsere Fahrer nicht nur zu verkürzten Pausen (siehe Innere Konflikte), sondern auch zu Stress und Überstunden. Gerade bei einem so anspruchsvollen Job zehrt das oft ganz schön an den Kräften. Da wir uns weniger Stress für die Kollegen wünschen, mögen wir Verspätungen selber nicht.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank für den interessanten Artikel! Er zeigt, dass die ÜSTRA selbst pünktlich sein möchte. Wenn Verspätungen entstehen durch einen Baum in der Oberleitung, durch ein Auto auf den Gleisen, durch einen Verkehrsunfall oder durch viele Autos im Feierabendverkehr, die zu Staus führen, dann hat die ÜSTRA keine Schuld an den Vespätungen. Das sollte allen ÜSTRA-Fahrgästen bewusst sein.

  2. Auch Mitarbeiter der ÜSTRA sind Menschen die Termine haben, pünktlich Feierabend machen wollen, Familien haben die auf sie warten. Verspätungen fördern Stress. Stress für die Fahrerinnen und Fahrer. Aber auch Unfälle mit Autos oder Passanten die einfach mal so die Schienen kreuzen ohne zu schauen. Das das an die Substanz der Fahrerinnen und Fahrer geht ist vielen Menschen kein Begriff. Psychologischer Stress. Dann der Ärger mit den Fahrgästen die sich ständig beschweren. Besonders auf Facebook. Man kann es schon langsam nicht mehr lesen. Stressig und nervig echt. Natürlich muss ich pünktlich morgens um 06:00 Uhr im Dienst sein. Aber mein Gott. Falls es mal zu einer Verspätung kommt, was ich noch nie zu diesem Zeitpunkt erlebt habe, dann rufe ich eben im Dienst an und sage das ich ein wenig später komme. Jedenfalls fahre ich gerne mit der Üstra. Man kann in den Bahnen lesen, Musik hören, im Netz surfen oder einfach aus dem Fenster gucken. Ach ja und dösen ;-).

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