Die Aufarbeitung  des TW 6000
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Die Aufarbeitung des TW 6000

Einmal alles neu – Hannovers grüne Stadtbahn erlebt eine Rundum-Erneuerung und bleibt der niedersächsischen Landeshauptstadt weiter erhalten.

Schon heute befördert die ÜSTRA auf ihren 12 Stadtbahn- und 38 Buslinien täglich etwa 500.000 Fahrgäste. Im Rahmen der Urbanisierung rechnet das hannoversche Verkehrsunternehmen jedoch mit einem weiteren Anstieg der Fahrgastzahlen. „Mehr Fahrgäste“ bedeutet aber auch, dass mehr Fahrzeuge benötigt werden, um ein attraktives Angebot im Nahverkehr
aufrechterhalten zu können. Die Beschaffung der nächsten Stadtbahngeneration – der TW 4000 – dauert noch einige Jahre und so musste eine kurzfristige Lösung gefunden werden. Um dem erhöhten Fahrzeugbedarf kurzfristig Rechnung tragen zu können, wurde die Aufarbeitung von bis zu 40 Stadtbahnwagen des Typs TW 6000 beschlossen. Damit bleibt die „grüne Stadtbahn“ den Hannoveranern vorerst erhalten.
Ab 1974 wurden 260 TW 6000 nach Hannover geliefert. Geplant ist, nun die jüngsten von ihnen schrittweise aufzuarbeiten. Die besondere Herausforderung dabei: Um eine Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten, können keine umfangreichen baulichen Veränderungen an den Wagen vorgenommen werden. Dennoch wird ein deutlicher Unterschied zu sehen sein.

Die Technik
Um den TW 6000 an den aktuellen technischen Standard anzugleichen wird in der Wagenmitte eine Sprechstelle installiert. So können die Fahrgäste zukünftig auch aus dem Beiwagen Kontakt zum Fahrpersonal aufnehmen. Auch der Bordrechner wird erneuert und somit auf den aktuellsten Stand gebracht. Ein besonderes Augenmerk wird zudem auf die Klapptrittstufen gelegt. Auch diese werden einmal komplett aufgearbeitet.

Der Innenraum

Dazu zählt eine Rundum-Kur: Alle „beweglichen“ Teile des Wagens, wie Haltestangen und die Sitze werden ausgebaut, aufgearbeitet und neu lackiert. Sämtliche Leuchtmittel im Fahrgastraum im Fahrgastraum werden von der klassischen „Leuchtstoffröhre“ hin zu modernen LED getauscht. Der Wagen wird einmal grundlegend gereinigt und der Boden aufgearbeitet – plötzlich erstrahlt der Innenraum in neuem Glanz.

Der Lack muss ab

Auch von außen müssen die TW 6000 Federn lassen – der alte Lack muss komplett ab. Danach steht eine komplett neue Lackierung auf dem Plan und der TW 6000 erstrahlt wieder im typischen ÜSTRA Grün.

Die Fenster

Bei der Aufarbeitung der TW 6000 werden die Fenster komplett getauscht. Die alten, oftmals durch Vandalismus beschädigten, Fenster und Fenstergummis werden durch neue ersetzt.

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wenigstens 40 werden gerettet.
    Ich hatte erst gestern wieder das zweifelhafte „Vergnügen“ mit dem TW-3000 fahren zu müssen. Aber Ok, der kann ja nur halb so gut wie ein TW-6000 sein (sagt ja schon der Name).
    Fahrkomfort, Außengeräusch und vieles mehr sind beim TW-6000 einfach optimal. Statt nur 40 aufzurüsten, hätte man lieber auf die TW-3000 ganz verzichten können.

  2. Ist denn auch die ergonomische Erneuerung der Fahrerkabine darin enthalten? Ich meine mich zu erinnern, dass da etwas gemacht werden sollte mit neuen Sitzen und mehr Fußraum. Oder bleibt die alte halbrunde Kabine so erhalten?

    • Amarok: Ja, in der Ausschreibung war da mal was drin.
      Klar, das war ein Punkt, der vom Betriebsrat gewünscht wurde. Andererseits kann ich in Sachen „Bewegungsfreiheit“ in der Fahrerkabine keine Einschränkungen erkennen.
      Ok, es ist kein Platz um am Endpunkt fix einen Grill aufzustellen… Aber ergonomisch mängelfrei sind die 6000er schon.
      Eine Vergrößerung der Fahrerkabine würde einen Wegfall von zwei Einstiegen bedeuten. Oder man müsste die Außenkonstruktion massiv ändern. Beides ist wirtschaftlich nicht vertretbar.
      Und wenn ich den 6000er-Fahrerplatz mal mit S-Bahn / DB-Triebfahrzeugen vergleiche… also viel mehr Bewegungsfreiheit gibts da auch nicht.
      Ich freue mich jedenfalls über die geretteten 6000er, in denen man fahren kann, ohne zu rutschen ;)

      • Lieber TW-6000 Liebhaber, da du keiner unserer Kollegen bist, ist deine Meinung zur Bewegungsfreiheit in der Fahrerkabine leider nicht besonders fundiert. ;)

  3. Hallo ich finde es sehr toll und gut die grünen TW 6000 aufzuarbeiten den ich finde es immer noch eines der besten fahrzeuge die die Üstra je hatte , neben den guten alten Düwags.
    Ich verfolge immer das Fahrtenbuch von euch und finde es sehr Interessant.
    Ich muss gestehen das ich ein sehr großer Fan des Nahverkehrs bin seit meiner Kindheit und habe es an meiner Kinder weitergegeben.
    Auch wenn wir aus Hildesheim kommen machen wir jedesmal einen Tagesausflug nach Hannover und fahren dann den ganzen Tag Bus und Bahn von Endstation zur Endstation.
    Macht bitte weiter so.
    Ein Kritikpunkt habe ich aber es weniger Berichte über die Museumsbusse gibt oder gezeigt wird.

  4. In Kassel werden 15 Tw aus der ersten Biederflurserie Deutschlands (Bj 1991/96)auch einem Refitprogramm unterzigen, Das kostet 1,1 Mio/Tw – ein neuer Wagen klstet 2,5 bis 3 Mio

    • Hallo Herr Petzold, genau da haben wir uns gegen ein umfangreichen Refit-Programm entschieden. Da neue Fahrzeuge ggf. durch die LNVG gefördert werden können und damit eben nicht 3 Mio. kosten, können wir 1,1 Mio. für eine weitere Betriebsdauer von weiteren 8 bis 10 Jahren nicht rechtfertigen.

  5. Den runderneuerten TW 6000 habe ich heute auf der angebotenen Schnupperfahrt ausprobiert. Allerdings war ich ziemlich enttäuscht davon, dass sich nicht wirklich was geändert hat. Den Satz aus dem oben abgedruckten Artikel, „Dennoch wird ein deutlicher Unterschied zu sehen sein.“, kann ich leider so nicht bestätigen. Vielleicht hatte ich aber auch zu viel erwartet? Zum Beispiel eine wirklich neue Klapptrittkonstruktion im Bereich der Mitteltür, wo die Stange fehlt, so dass Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen besser zusteigen können. Dazu hätte man die vorhandene Klapptrittstufen-Konstruktion natürlich etwas modifizieren müssen, so dass an Hochbahnsteigen kein 8-10 cm hoher Absatz zur Barriere wird. Dort hätte man auch sechs bis 12 Sitze ausbauen oder zu Sitzen mit Rücken am Fenster umbauen können, so dass mehr Platz für Rollis, Kinderwagen, Gepäck oder Einkaufstrolleys entstanden wäre.
    Trotzdem ist es erfreulich, dass uns so die Wagen noch ein wenig erhalten bleiben. Viele besonders jüngere Fahrgäste genießen die Fahrt darin als eine Fahrt in einem Oldtimer!

    • Der deutliche Unterschied sind die neuen Fenster, neuen Fensterdichtungen, die hellen Innenelemente (bspw. Haltestangen). Nach einer grundlegenden wirtschaftlichen Betrachtung war es nicht sinnvoll, die Fahrzeuge komplett zu überarbeiten/ umzubauen.

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